Schatzhaus für die Kunst

- "Koa 08/15-Bau" entstünde da, sagte der Zimmermann bei der Hebauf-Feier des Münchner Museums Brandhorst (Türkenstraße 17). In charmanten Verserln lobte er vom Polier bis zur Hochtechnologie-Ausstattung den Baufortschritt. Und natürlich die Architekten Louisa Hutton und Matthias Sauerbruch. Sie hatten sich nach mehreren Patt-Situationen in der Jury beim Wettbewerb durchgesetzt.

Dagegen ist’s beim Bauen selbst ruckzuck gegangen, sodass jetzt von Sammler Udo Brandhorst über Ministerpräsident Edmund Stoiber sowie die Minister Günther Beckstein (Chef auch der Obersten Baubehörde) und Thomas Goppel (Kunstminister) bis zu Reinhold Baumstark von den Staatsgemäldesammlungen echte Freude herrschte.

Nur ein Jahr ist seit der Grundsteinlegung vergangen, man kann wohl den Kostenrahmen von 46 Millionen Euro und den Eröffnungstermin Frühjahr 2008 einhalten. Alle Redner dankten, wie es sich für ein Richtfest gehört, den Bauleuten, aber insbesondere dem Mäzen. Er überlässt Bayern nicht nur Werke von Warhol bis Cy Twombly, von Damien Hirst bis Picasso -schon das, so Goppel ein "Mehrwert" gegenüber den Kosten -, sondern auch eine Stiftung im dreistelligen Millionenbereich, um aktuelle Kunst zu unterstützen.

Stoiber betonte denn auch, das neue Kunst-Haus sei sein "persönliches Anliegen". Noch wichtiger ist sein Bekenntnis, dass "die Beschäftigung mit Kunst ein menschliches Grundbedürfnis" sei; sie sei unverzichtbar für die Persönlichkeitsbildung wie für den Eigenwert der Gesellschaft. Solchen Grundsätzen "fühlt sich die Staatsregierung verpflichtet".

Baumstark verwies darauf, dass der "Nachwuchs" ein Erfolg der Pinakothek der Moderne und des Engagements der Bürger für sie sei. Denn gerade das habe das Sammlerpaar Anette und Udo Brandhorst 1999 überzeugt, mit ihrem Schatz nach Bayern zu gehen.

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