Schatzkammern der Menschheit

- Nur im Wissen um die Vergangenheit kann man Entscheidungen für die Zukunft treffen. Um dem Gedächtnis der Menschheit auf die Sprünge zu helfen, leisten Museen einen unverzichtbaren Dienst. Durch die Ansammlung, Ausstellung und Verwahrung verschiedenster Kulturgüter - vom Kunstwerk bis zum Alltagsgegenstand - fungieren sie als wahre Schatzkammern; mit fragilem Inhalt. Denn wenn sie einmal verwischt sind, lassen sich die Spuren der Vergangenheit nicht mehr so einfach lesen.

Die Erhaltung von musealen Objekten ist eine Wissenschaft für sich. Wie notwendig sie ist, demonstriert die Ausstellungsreihe "Wissensspeicher - Konservierung, Restaurierung und Forschung in München", die heute mit der Schau "Sternfinder, Stromzähler, Schulgleiter - Erhaltung technischen Kulturguts" im Deutschen Museum eröffnet wird. Neben dem Deutschen Museum sind dreiundzwanzig weitere Münchner Kultureinrichtungen an dem vom Doerner Institut initiierten Projekt beteiligt. In der Zeit von Juli 2006 bis April 2007 wird in verschiedenen Sonderausstellungen Wissenswertes zum Erhalt und der Erforschung von Kulturgütern präsentiert.

Das Spektrum reicht dabei von der Rückgewinnung antiker Papyri aus der Kartonage ägyptischer Sargmasken bis zum gigantischen Scherbenhaufen, aus dem Mitarbeiter der Staatlichen Antikensammlungen seit Kriegsende versuchen, die einstmals weltberühmte Münchner Vasensammlung wieder zusammenzupuzzlen. Die Bewahrung bedeutender abendländischer Kunstwerke wie Leonardos "Madonna mit der Nelke", zu sehen in der Alten Pinakothek, wird ebenso dokumentiert wie die Aufbereitung und Ausstellung außereuropäischer Kulturgüter, der sich das Völkerkundemuseum angenommen hat.

Die Auftaktspräsentation setzt sich mit den Schwierigkeiten auseinander, technische Objekte zu konservieren. Hier geht es vor allem um die Frage, wieweit sich Funktion und Benutzbarkeit erhalten lassen und welche Informationen durch Weiterentwicklung möglicherweise verloren gehen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der ebenfalls ausgestellte Sternfinder aus dem 18. Jahrhundert. Dessen Funktion, das Auffinden von Sternen, ergibt sich zwar aus dem Namen. Wie er anzuwenden ist, mussten Museumswissenschaftler allerdings erst wieder rekonstruieren. Gut also, dass es sie gibt.

Weitere Informationen: www.wissensspeicher-muenchen.de; Telefon Deutsches Museum: 089/ 21 79 1

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