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Günther Maria Halmer

Neuerscheinung

Das bewegte Leben des Günther Maria Halmer

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München – „Fliegen kann jeder“ hat der Schauspieler Günther Maria Halmer seine Autobiografie genannt, die jetzt erschienen ist. Der 74-Jährige blickt darin auf ein bewegtes Leben,  in dem er einen „ständigen Kampf zwischen vernünftigem Benehmen und wütender Opposition“ führte... 

Eine Widmung. Nichts Ungewöhnliches. Welches Buch beginnt nicht mit „Für ...“? Dass aber Günther Maria Halmer seine heute erscheinende Autobiografie seinen beiden Söhnen Daniel und Dominik zueignet, hat symbolischen Charakter. Damit hebt sich der Schauspieler, noch ehe das erste Kapitel begonnen hat, symbolisch ab von seinem eigenen Vater, der für ihn, den Widerborstigen, immer nur Kritik und Forderungen übrighatte.

Halmer ist im „Kleinstadtmief“ von Rosenheim aufgewachsen

Ob der bereits Verstorbene für seinen Spross im Nachhinein mildere Worte gefunden hätte? Als Leser beschleicht einen diese Vermutung. Nicht dass der Vater dem heranwachsenden Günther in dessen Erinnerung je gesagt hätte, dass er befürworte, was der tat. Oder gar stolz sei auf ihn. Aber hat er ihn nicht auf seiner Suche zur eigenen beruflichen Bestimmung unterstützt, zumindest finanziell? Hat er nicht Tränen geweint, als der einzige Sohn in der renommierten Falckenberg-Schule aufgenommen wurde?

Bis dahin war es ein weiter Weg. Die Stimme des strengen Vaters immer im Hinterkopf, der, geprägt von der eigenen katholischen Herkunft, ja selbst nicht aus seiner Haut konnte. Es ist eine deutsche Geschichte, die Halmer erzählt. Beiläufig lässt er historische Ereignisse in den Text einfließen, die ihn und eine ganze Generation prägten.

„Der Halmer“ wurde zum Klassenclown

1943 geboren – „kein gutes Jahr, um Kinder zur Welt zu bringen“. Während der Nachkriegszeit im „Kleinstadtmief“ von Rosenheim herangewachsen. Aber schon immer davon überzeugt, für Höheres berufen zu sein. Nicht für das profane Leben eines Anwalts, das sein Vater für ihn vorgesehen hatte. Die Erziehungsberechtigten forderten Disziplin, er wurde zum Klassenclown, „der Halmer“, wie ihn die Lehrer tadelnd riefen.

Versuche, sich „neu zu erfinden“, gab es viele. Der heute 74-Jährige schildert sie der Reihe nach. Bundeswehr, Hotelfachschule, Gelegenheitsjobs in Paris, und schließlich Maloche in einer Asbestmine in Kanada. „Ich wusste lange Zeit nur, was ich nicht wollte“, schreibt Halmer. Dabei waren die Vorbilder doch immer da. Die Kinohelden von Felix Krull bis James Dean. Im Nachhinein, aus der Sicht desjenigen, der das gute Ende der Geschichte kennt, scheint Halmers Berufung zum Schauspieler sonnenklar. Aber so ist es nun einmal: Oft erschließt sich einem erst im Rückblick, wozu all die scheinbaren Umwege auf dem eigenen Lebenspfad nötig waren – wäre man ohne sie je angekommen? Planen, das lehrt die anregende Lektüre, mag man vieles können – das wichtigste Ziel aber, das Ankommen bei sich selbst nämlich, erreicht nur, wer offen für alles bleibt – und mutig auch einmal Entscheidungen aus dem Bauch heraus wagt. Oder, wie es der Tscharlie, Halmers erste große Fernsehrolle damals in Dietls „Münchner Geschichten“, formulierte: „Wer sich nix traut, wird nix im Leben!“

Informationen zum Buch:

Günther Maria Halmer: „Fliegen kann jeder“. C. Bertelsmann Verlag, München, 384 Seiten; 19,99 Euro.

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