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Ausgebuht: Schauspieler Benny Claessens zeigte dem Publikum beide "Stinkefinger".

Schauspieler zeigt Buh-Rufer Stinkefinger

München - Bei den Münchner Kammerspielen ist es am Samstag zum Eklat gekommen: Schauspieler Benny Claessens hat dem Publikum den doppelte Stinkefinger gezeigt - weil er ausgebuht wurde.

Publikumsschmähung in den Münchner Kammerspielen: Am Samstag wurde im Schauspielhaus Shakespeares „Macbeth“ (Regie: Karin Henkel) gegeben. Beim Schlussapplaus wurde Benny Claessens, der Banquo und Banquos Geist spielt, von einem Zuschauer ausgebuht.

Der Schauspieler, 1981 in Antwerpen geboren und seit dieser Spielzeit Mitglied im Kammerspiele-Ensemble, reckte beide Mittelfinger in Richtung des Rufers. Eine Reaktion, die juristische Konsequenzen haben kann: Strafrechtlich zählt das Zeigen des „Stinkefingers“ als Beleidigung. Das heißt, der Zuschauer, dem die obszöne Geste galt, kann theoretisch innerhalb von drei Monaten Strafantrag stellen.

Experten gehen davon aus, dass Claessens mit einer Geldstrafe in Höhe von bis zu zwei Monatsgehältern rechnen müsste – vorausgesetzt, er ist nicht vorbestraft und man legt ihm die nervlich aufreibende Situation, ausgebuht zu werden, mildernd aus. Zum Vergleich: Zeigt ein Verkehrsteilnehmer den „Stinkefinger“, kann es zusätzlich fünf bis sieben Punkte in Flensburg geben. Wird ein Polizist auf diese Art beleidigt, folgt fast immer eine Anzeige.

Sehr deutliche Worte findet Intendant Johan Simons zu dem Vorfall: „Benny Claessens’ Reaktion ist impulsiv, aber ich finde sie eine Unverschämtheit. Als Schauspieler wird man auf der Bühne geliebt oder nicht – man muss mit beidem umgehen können. Als Intendant stelle ich mich immer vor meine Truppe. Aber dieses Verhalten kann ich nicht verteidigen. Im Gegenteil: Ich schäme mich dafür und entschuldige mich bei meinem Publikum.“ Simons will nun mit Claessens sprechen.

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