Schlangenhaut

- Das Reich der Mitte hat musikalisch einiges zu bieten, nur weiß das hierzulande kaum einer. Die Konzertlandschaft der chinesischen Hauptstadt Peking leuchtet ebenso üppig wie die Mandelbaumblüte in der Mandschurei. Mehrere Orchester geben hier den Ton an, die wenigsten davon kennt man aber in Europa.

Das könnte sich ändern, denn morgen gastiert - bereits zum zweiten Mal - das Peking Symphonieorchester in München. Unter seinem Dirigenten Tan Lihua wird es Werke zeitgenössischer chinesischer Komponisten und die dritte Sinfonie von Sergej Rachmaninow spielen. Exotische Klangfarben wird Ma Xiaohui beisteuern, eine der weltweit führenden Solistinnen auf ihrem Instrument, der Erhu.

Bei uns meist als Erzeugerin einlullender Hintergrundmusik in Chinarestaurants bekannt, blickt die Erhu auf eine lange Tradition zurück. Mit seinem warmen, leicht süß-sauren Ton erinnert das zweisaitige Streichinstrument mit dem von Schlangenhaut überspannten Korpus an eine Mischung aus Geige und Leier. Wer so verständig damit umzugehen weiß wie Ma Xiaohui, bringt es zum Singen oder zum Weinen. Cineasten werden dies bereits vor ihrem Auftritt in München bestätigen können. Gemeinsam mit dem weltberühmten Cellisten Yo-Yo Ma hatte Xiaohui die Musik zu Ang Lees oscarprämiertem Film "Tiger and Dragon" auf der Erhu eingespielt.

Sowohl für die Solistin als auch das Orchester bedeutet die fünf Konzerte umfassende Tournee nicht die erste Zusammenarbeit mit der Münchner Konzertdirektion Hörtnagel. Stolz berichtet Michael Hörtnagel, selbst schon einmal das Orchester in der Verbotenen Stadt in Peking dirigiert zu haben. Auf seine Veranlassung hatten die chinesischen Musiker bereits 2003 in München konzertiert, gemeinsam mit dem Perkussionisten Lin Biao, der als Duopartner von Ma Xiaohui bekannt ist.

Karten unter Telefon: 089/ 98 29 28 27

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