Schlussstrich gezogen

- Das Aus für die Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Das schlägt ein wie eine Bombe. Am Mittwoch erhielten die Ensemblemitglieder, die Kabarettisten Viola von der Burg, Holger Paetz, Michael Altinger und Uli Bauer, sowie Regisseurin Eva Demmelhuber von Geschäftsführer Till Hofmann das Kündigungsschreiben. Damit ist ein Jahr nach dem hoffnungsvollen Neubeginn des berühmten Politkabaretts auch schon wieder sein Begräbnis angesagt.

<P>Was sind die Gründe dafür? An mangelnder Qualität kann es nicht liegen. Denn "Schöner denken", das erste und somit auch letzte Programm der neuen Mannschaft, war ein voller Erfolg _ im Stammhaus der Lach & Schieß, genannt der Laden, wie auch auf Tournee. Insgesamt etwa 140 Vorstellungen. Der Knackpunkt ist der Vertrag, den Geschäftsführer Hofmann der Truppe diktieren wollte, und der für sie, so Uli Bauer, nicht akzeptabel gewesen sei. Denn er enthielt, so Bauer, folgende Bedingungen: "Kürzung der Gagen im Stammhaus und auf Tournee; Kürzung der Produktionskosten; Abtretung aller Weiterverwertungsrechte an die Lach & Schieß; und schließlich Mitspracherechte des Geschäftsführers bei Inhalt, Konzept, Regie." Weil man sich darauf nicht einlassen konnte, erhielten alle die Kündigung. Bauer: "Damit ist der Schlussstrich gezogen, es gibt kein neues Programm mit diesem Ensemble."</P><P>Dass ein Geschäftsführer, in diesem Fall Till Hofmann, inhaltliches Mitspracherecht verlangt, hält Bauer für vollkommen unüblich: "Ich bin seit fast 25 Jahren in der Kabarett-Branche. Noch nie habe ich so einen Vertrag unterschrieben. Das ist ein Knebelvertrag."</P><P>Die Differenzen zwischen Ensemble und Hofmann kamen nicht von heut' auf morgen. Die bestanden offenbar von Anfang an, weil man sich schon im Vorfeld nicht einigen konnte auf den Kontrakt. Bauer: "Es ist ja nicht so, dass wir nicht gesprächsbereit wären. Wir haben einen Alternativvertrag ausarbeiten lassen, der seit neun Monaten bei Hofmann unbeantwortet in der Schublade liegt.</P><P>Praktisch haben wir ein Jahr lang ohne Vertrag gearbeitet. Davor haben wir vier Monate umsonst Vorarbeit geleistet; es gab ja keine Probengelder." Um so größer ist nun die Enttäuschung über das schnelle Ende. Von seiner Mission aber lässt sich Uli Bauer, das u. a. so beliebte wie berühmte Christian-Ude-Double, nicht abhalten: "Ich werde weiterhin politisches Kabarett machen, allerdings nicht bei der Lach & Schieß und auch nicht im Lustspielhaus." Nächster großer Auftritt: das "Prominentenderblecken" auf dem Oktoberfest mit Holger Paetz und Eva Demmelhuber.</P><P>Till Hofmann übrigens schaffte es nicht, sich zu den Vorgängen um die Lach & Schieß zu äußern.</P>

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