Schmeichelnde griechische Weisen

- Seit vielen Jahren missionieren Griechen geduldig unser reizlos-teutonisches Dasein: Platon, Tsatsiki, Nana Mouskouri und Costa Cordalis sind nur wenige Beispiele einer langen Traditionsreihe des erfolgreichen hellenistischen Kulturimperialismus. Eine der prominentesten Vertreterinnen, Vassiliky Papathanassiou, gab nun wieder ein Konzert in München.

<P>Ein sehr persönlich gehaltenes Programm</P><P>Eine schwere Hypothek hatte Frau Papathanassiou zu bewältigen, denn die Philharmonie war nur zu etwa zwei Dritteln gefüllt. Ein Albtraum für jeden Künstler. Wie sollen sich da Stimmung, Ekstase und Jubel aufbauen? Umso bemerkenswerter ist daher, was Frau Papathanassiou, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Vicky Leandros, aus den widrigen Umständen machte. <BR><BR>Lieder ihres Landsmanns Mikis Theodorakis standen im Mittelpunkt des sehr persönlich gehaltenen Programms, und so begann Vicky Leandros mit schmeichelnden griechischen Weisen den Abend. Nach sehnsuchtsvollen Balladen wie "Omofri poli" (Geliebte Stadt) oder "Agapi mou" kam rasch ein deutlich spürbares Griechenland-Fernweh auf. Vicky Leandros hat ihr Programm überlegt aufgebaut: Nach den sanften griechischen Melodien, in denen ihre Stimme ein deutlich tieferes Timbre besaß als bei den deutschsprachigen Hits, wechselte das Tempo. </P><P>Die achtköpfige Band schlug flottere Töne an, und Vicky Leandros wirbelte über die nun nicht mehr ins gediegene Halbdunkel getauchte, sondern flammend rot erleuchtete Bühne. Vom leisen, behutsamen Beginn war nichts mehr zu spüren: Schnelle Tangos, rasante Rumbas und rockige Nummern wechselten sich ab, die Zuschauer standen spätestens bei "Die Bouzouki klang" ausnahmslos und klatschten begeistert mit. </P><P><BR>Das zarte Persönchen in dem eleganten schwarzen Abendkleid hatte sie völlig in ihren Bann geschlagen: Mit ihrem Charme, ihrer jungmädchenhaften Anmut und natürlich ihrer Stimme, die scheinbar ohne jede Anstrengung Oktaven überspringt. <BR></P>

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