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Eineinhalb Jahre dauert die Abschiedstour, dann hören Werner Schmidbauer (li.) und Martin Kälberer auf.

Bald soll Schluss sein

Schmidbauer/Kälberer: Trennung nach dem „Finale dahoam“

München - Seit 1997 sind die Musiker Werner Schmidbauer und Martin Kälberer zusammen aufgetreten – im Juli 2016 soll Schluss sein.

Elf gemeinsame Alben, 1500 Konzerte seit 1997: Werner Schmidbauer (53) und Martin Kälberer (47) gehören zu den erfolgreichsten Musikern aus Bayern. Doch im Sommer 2016 beenden sie ihre Zusammenarbeit. Der Schlusspunkt soll in der oberbayerischen Heimat des Duos gesetzt werden, mit einem Freiluft-Auftritt vor mehreren tausend Fans!

„I bleib steh“, heißt ein Lied der beiden. „I bleib steh und lass die andan weida geh.“ Genau das tun sie jetzt. „Aufhören, wenn es am schönsten ist, wenn es richtig gut ist“, sagt Schmidbauer. Tatsächlich überrascht der Zeitpunkt: Nach der erfolgreichen „Süden“-Tour mit ihrem italienischen Freund Pippo Pollina, der sie 2013 die Arena in Verona füllen ließ, gingen Schmidbauer und Kälberer ein paar Monate später mit ihrem Album „Wo bleibt die Musik?“ wieder auf Tour.

Jetzt bleiben sie stehen – und das ganz bewusst. „Wir könnten wahrscheinlich gemeinsam noch bis zur Rente weiterspielen – oder sogar im Jenseits“, sinniert Schmidbauer. „Doch wir machen diesen Schnitt, bevor sich Routine einschleicht.“ Kälberer meint: „Es ist keine große Kunst aufzuhören, wenn dich keiner mehr hören will.“ Sich gezielt dafür zu entscheiden, sei deutlich schwerer. Doch: „Neue Dinge können nur entstehen, wenn Platz für Neues ist.“ Wie geht’s weiter? „Zunächst spielen wir unsere Tour mit voller Energie – und im Juli 2016 folgt das Finale dahoam“, ein Konzert mit vielen musikalischen Wegbegleitern. Datum und Ort (Rosenheim oder Bad Aibling) stehen noch nicht endgültig fest, doch sicher ist: „Das wird ein grandioses Erlebnis.“ Zuvor folgen die Aufzeichnungen für die beiden „Aufgspuit!“-Sendungen im BR mit Lisa Fitz und Sebastian Horn von den Bananafishbones. Mit den Fishbones steigt im Sommer auch das Tollwood-Gastspiel der Musiker.

Im Sommer 2016 dann der Schnitt. Schmidbauer ohne Kälberer und umgekehrt. So richtig vorstellen können sich die beiden das heute noch nicht. Schmidbauer, gesegnet mit der Gabe, Gefühle in lebenswirkliche Texte zu gießen, und Kälberer, der begnadete Instrumentalist: Sie haben sich perfekt ergänzt, sind mit- und aneinander gewachsen. Sie trennen sich im Guten und haben unterschiedliche Pläne: Schmidbauer will für ein Jahr eine Auszeit nehmen. „Ich merke, dass 35 Jahre Live-Tour nicht spurlos an mir vorübergegangen sind. Mein Vater ist mit 55 gestorben, genauso alt bin ich dann auch. Da ist es Zeit für eine persönliche Zäsur.“ Er will mal wieder nach Kenia, wo er einmal gelebt hat, nach Indien und Frankreich. Und Kälberer? „Ich mache Musik! Das kann man bei mir nicht an- oder abschalten!“ Zusammen mit Stefanie Boltz und Sven Faller geht er als Jazz-Trio Le Bang Bang & Kälberer auf Tour. Und im Herbst erscheinen zwei neue CDs mit Instrumentalstücken. Es geht also „Oiwei weida“, wie es in einem ihrer Lieder heißt.

Stefan Dorner

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