Lawinenabgänge in den Chiemgauer Alpen - verschüttete Personen vermutet

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Schneewittchen mit Stiefmutter

- Bekannt wurde der aus Chicago stammende David Bennett, ein Amerikaner von russisch-litauisch-jüdischer Herkunft, einst als Opernsänger und schließlich durch seine vielen Buchillustrationen. Seit über 30 Jahren zeichnet er in Klein- und Kleinstformaten - nebenbei und in ganzen Serien - weibliche Charakterstudien aus der Vorstellung heraus. Zu Bennetts 65. Geburtstag zeigt das Tegernseer Gulbransson-Museum unter dem Titel "Die imaginierte Frau" eine Auswahl, ergänzt durch einige teils farbige Linolschnitte und Monotypien.

Das von einem Verein bewirtschaftete, demnächst mit Hilfe von Sponsoren beträchtlich zu erweiternde Museum wird seit 1974 als Filialgalerie der Staatsgemäldesammlungen geführt. Wie vor fünf Jahren, als hier Bennetts Abstraktionen präsentiert wurden, betätigte sich wiederum Joachim Kaak, Hausreferent der Neuen Pinakothek, München, als Kurator.

Bennett, der teils in München lebt, teils auf einer der Kanarischen Inseln, imaginierte sie alle: die misstrauisch Verbissene, die Schläfrige mit ihren verrutschten Augen, die Listige und die Dümmliche, die dekolletiert Vollschlanke und "Flora nach dem Chrysanthemenball". Manche erscheinen mit ihren Licht- und Schattenseiten auf kreidige Weise nur in Halbprofilen und Andeutungen, manche etwas ausführlicher und gleichsam einer Vorlage Toulouse-Lautrecs entstiegen.

Der Künstler mag sich mit gemischten Gefühlen an seine Zeit als Opernsänger erinnern. Seinem einstigen weiblichen Publikum begegnet er heutzutage, ganz aus der Nähe, während der Pausen im Foyer. In kleinformatigen Radierungen erscheinen Hochnäsige und Blasierte mit allerlei Kopfschmuck, eine kostümierte Walküre, aber auch "Schneewittchen und ihre Stiefmutter", gleichsam wiedererkennbar. In einer ebenfalls auf dickes Büttenpapier gedruckten Reihe kleinformatiger Linolschnitte huldigt Bennett orientalischen oder fernöstlichen Schönheiten auf flächig dekorative Weise. Hier wie dort gilt die Maskierung des Eigentlichen als verbindlich.

Bis 30.4., Tel. 08022 / 33 38.

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