Von Schnurrbärten und Elefanten - Kinderbücher II

- Wer weiß, was es bedeuten soll? Das schöne Gedicht von Heinrich Heine hat Aljoscha Blau für Kinder in satt-gelbe, warme Farben übertragen. Eine Touristengruppe fährt mit dem Boot den Rhein entlang, vorbei an der "Loreley". Und während der Schiffer den mitfahrenden Kindern die sagenhafte Geschichte erzählt, üben beim Lesen Verse und Bilder genau jenen Sog aus, den der Dichter der schönen Felsen-Jungfrau nachsagt (Kindermann Verlag, Berlin; 14,50 Euro).

Die Klassiker sind zu Klassikern geworden, weil sie so gut und nie unaktuell sind. Dazu gehört "Die Prinzessin", eine dennoch schön altmodische Geschichte, die der Komponist Arnold Schönberg einst für seine Sprösslinge erfunden hat. Darin kommen vor: eine nörgelige Prinzessin, die sich beim Tennisspielen blaue Flecke geholt hat, und ein Wolf, der als Diener ihr behilflich sein will. Die witzigen Illustrationen lieferte Peter Schössow (Hanser Verlag, München; 14,90 Euro).

"Onkel Ede hat einen Schnurrbart": So dichtete Bertolt Brecht in seinen Kinderliedern. Zwölf davon hat Ursula Kirchberg bebildert ­ so lakonisch, komisch und einfach wie die Verse des großen Poeten sind (Insel Verlag, Frankfurt/M.; 14,80 Euro). Die Bibel ist immer gut, das wusste auch Brecht, der sie für seine Stücke nach Kräften plünderte. Aber noch besser ist es, sie doch einmal "original" zu lesen. Für Kinder jetzt erschienen: "Die Geschichte der Arche Noah", fantastisch bebildert im Stil der Alten Meister von Gennadij Spirin (esslinger Verlag, Esslingen; 15 Euro).

Von kinderleichter, heiterer Wahrheit sind die Abenteuer des "Till Eulenspiegel". Ob der berühmte Schelm vorgibt, vom Rathausdach zu fliegen, oder ob er einen Esel das Lesen lehrt ­ Eulenspiegel hält sie alle zum Narren. Ulrike Kaup und Wassyl Bagdaschwili haben den Kinderklassiker neu aufbereitet (Coppenrath Verlag, Münster; 14,95 Euro).

Weil die Kinder von heute sich immer nur Barbiepuppen und Computerspiele wünschen, plagt die gute Fee die Langeweile. Und ändert ihre Existenz. Sie entscheidet sich für eine verwunschene, in ein Schwein verwandelte Prinzessin. "Feenzauber und Schweineglück": voller absurder Komik und noch verrückterer Bilder. Ein riesiger Lesespaß (Altberliner Verlag, München; 14,90).

"Eins, zwei, drei!": Alle Tiere auf den Baum ­ von einer müden Ameise über vier Kaninchen bis zu zehn Elefanten. "Ob der Baum das schafft? Klar: Bäume haben Kraft", sagen die Autoren dieses zauberhaften Zähl- und Suchbuchs, Anushka Ravishankar, Sirish Rao und Durga Bai (Hanser Verlag, München; 12,90 Euro).

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