Das schöne Original

- "Ihr ,Heidi hat mir einen jungen und frischen Eindruck gemacht, wie ich nicht sagen kann. Sie haben doch ein glückliches Naturell! Dabei erzählen Sie so resolut, dass die Kritik gar nicht dagegen aufkommt", schrieb der Dichter Conrad Ferdinand Meyer an Johanna Spyri. Das ist über 120 Jahre her. Doch wer kennt sie heute nicht, die Erlebnisse des Schweizer Mädchens, benannt "das Heidi"?

<P>Ob als Zeichentrick oder Spielfilm, ob als TV-Serie oder Comic: In einer bestimmten frühen Phase seines Lebens entkommt selbst noch im 21. Jahrhundert wohl niemand dem Kind, dessen Welt die Berge sind. Im Alpinen Museum München ist noch bis zum 28. September die Ausstellung "Heidi _ Mythos _ Marke _ Medienstar" zu sehen, die sich mit dem Phänomen dieser enormen Wirkungsgeschichte befasst. Dabei ist über all den Rummel fast vergessen, wie schön doch das Original, das Buch selbst ist.</P><P>Jetzt hat es sich der Zürcher Verlag Kein & Aber geleistet, jenseits allen Mainstreams zur Literatur zurückzufinden. Auf zehn CDs präsentiert er komplett beide Teile _ "Heidis Lehr- und Wanderjahre" sowie "Heidi kann brauchen, was es gelernt hat". Und mit bestem Gewissen lässt sich sagen: Das ist keinen Moment langweilig. Denn Vorleserin Fabienne Hadorn trifft mit ihrem feinen Schweizer Tonfall und ihrer Ausdrucksstärke genau die Stimmung, um die Geschichten von Heidi, dem Geißenpeter, dem Alm-Öhi für kleine und große Zuhörer zu verlebendigen.</P><P>Johanna Spyri: "Heidi"; gelesen von Fabienne Hadorn (Kein & Aber Records).</P>

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