Casting für "Die Schöne und das Biest"

Ausgetanzt

München - Für das Musical „Die Schöne und das Biest“ hat das Deutsche Theater Buben im Alter zwischen sieben und neun Jahren für die freche Tasse namens „Tassilo“ gesucht. Warum nicht alle Buben mitspielen:

Beim Vorsprechen ging es munter zu: Da war die Kreativität der Teilnehmer ebenso gefragt wie Konzentration. Die zwölf Anwärter auf die Rolle hatten sichtlich Spaß beim Herumtollen und Theaterspielen, von Nervosität keine Spur.

Am Ende entschieden sich die Juroren für fünf Teilnehmer. Die Gewinner sollten in den Genuss kommen, echte Theaterluft schnuppern zu dürfen. Die Begabung der Kinder sei so groß gewesen, dass sich die Juroren Martin Harbauer und Martin Flohr kaum gegen jemanden entscheiden konnten, erklärt Georg Kleesattel, Pressesprecher des Deutschen Theaters. Die jungen Talente sollten sich bei den Vorstellungen abwechseln. Bei zwei Proben wurde dann aufs Stück und die Arbeit mit echten Profis vorbereitet. Das erschien manchen Eltern recht knapp, die Premiere ist immerhin schon am 17. Dezember. Aber gut, man freut sich ja trotzdem. Die Buben erzählten Verwandten und Schulkameraden stolz, dass sie bald auf der Theaterbühne stehen würden. Aber Pustekuchen, wie Julia Degen berichtet; ihr Sohn war ebenfalls für die Rolle vorgesehen. „Vergangene Woche rief die Agentur an, um abzusagen“, berichtet sie. „Natürlich kann man nach einer Probe merken, dass es bei einem vielleicht doch nicht passt. Aber die Jungen waren zu zwei Proben da, und dann sagt man so kurzfristig ab. Ich finde das einfach gemein.“

Auch für Ronja Lang kam die Planänderung unerwartet. Die Kinder, darunter ihr Sohn, seien viel gelobt worden, da wäre man, anders als beim Vorsprechen, nicht mehr auf eine Absage vorbereitet gewesen. „Die Jungen haben mit viel Engagement an den Proben teilgenommen“, schreibt sie an unsere Zeitung. „Es ist unglaublich, wie man mit ihnen umgeht.“

Pressesprecher Kleesattel kann die Enttäuschung der Eltern und Kinder verstehen. „Das ist sehr, sehr schade. Es macht niemandem Spaß, Kindern abzusagen“, erklärt er auf Anfrage unserer Zeitung. „Das tut mir persönlich total leid.“ Einige der Hauptdarsteller seien krankheitsbedingt eingeschränkt, zudem sei die Produktion technisch aufwändiger als gedacht – das ist jedoch erst seit kurzem bekannt. Aus diesem Grund reiche die Zeit nicht mehr, um fünf Kinder auf die Rolle vorzubereiten, da jedes Kind eigene Proben mit dem Ensemble brauche. Deshalb wurden zwei Buben vom Vorsprechen sowie ein Kind, das die Rolle bereits einstudiert hat, genommen. Zu knapp geplant sei die Vorbereitung aber nicht gewesen: „Wir liegen völlig im Zeitrahmen“, beteuert Kleesattel. „Die Rolle muss aber aufwändig einstudiert werden.“

Dass es also nicht am fehlenden Talent der Teilnehmer liegt, ist immerhin ein kleines Trostpflaster für die enttäuschten Buben.

Julia Haller

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