Die Schöpferin

- Zurück zu den Ursprüngen - auch beim Papier. Aus Pflanzenfasern und Lumpen, aus Reisstroh und Bambus wird der Papierbrei gewonnen, der mit einer von einer mit Drahtgewebe bespannten Form aus der Bütte geschöpft wird.

<P> Helga Schröder erlernte diese Technik bei Eduardo Paolozzi an der Münchner Akademie. Sie schichtet, prägt, druckt und collagiert, verwendet alte Schriften aus Europa, Ägypten und islamischen Ländern. </P><P>Sie arbeitet mit Pflanzen und Erden, inzwischen auch mit Papier von anderen Schöpfern, mit Papyrus, Japan- und Chinapapier von feinster Konsistenz. <BR><BR>Bilder, Bücher als Unikate, Schriftrollen, Reliefs, Installationen und Leporellos entstehen in stets neuen Varianten. Rund 60 Exemplare zeigt die seit 1965 in Bremen lebende Künstlerin derzeit im Ismaninger Kallmann-Museum. Abrieb, Abklatsch, das Löschen und Vermischen - in ihrer Malerei wie Schriftkunst nutzt Helga Schröder alle Möglichkeiten der grafischen und malerischen materialbedingten Reize. Alles Archaische und Exotische ist zugleich das ganz und gar Gegenwärtige, weil es der modernen Sehnsucht nach den Ursprüngen entspricht. <BR><BR>"Schöne Sonne, die aufgeht, ihr Werk nicht vergessen hat . . ." Texte von Ingeborg Bachmann und Christa Wolf wurden geschrieben und gedruckt. Zeichenhafte Kürzel, Fragmente, Textfetzen und Bekenntnisse führen ins Unlesbare, ins poetisch Inwendige. </P><P>Theben, Kreta und Zypern, die durch Knochenleim gefestigte Erde Lanzarotes, die Flechten Australiens und die Purpur versprühenden Trauben einer Weinlese in den Hügeln der Toskana: Alles ist nah von alters her. <BR><BR><BR>Bis 17. August, Tel. 089/ 961 29 48. <BR></P>

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