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Willkommen auf der transsylvanischen Transvestiten-Party: Tim Curry als Dr. Frank N. Furter in einer Szene des Kultfilms „The Rocky Horror Picture Show“.

40 Stunden „The Rocky Horror Picture Show“ in den Museum-Lichtspielen

Schrei, wenn du kannst!

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Zum 40. Jubiläum von „The Rocky Horror Picture Show“ zeigen die Münchner Museum-Lichtspiele den Film 40 Stunden am Stück.

München. Manchmal, aber wirklich nur manchmal, ist in der Freitagabendvorstellung im Münchner Kino Museum-Lichtspiele nicht viel los. Im September 1986 gab es wohl so einen Abend. Mathias Wild grinst. Was in einer der Reihen damals passiert ist? Er war ja nicht selbst dabei, aber wenn er der Dame trauen darf, die er vor zwölf Jahren bei seinem Amtsantritt als neuer Kino-Geschäftsführer traf, ist das Lichtspielhaus an besagtem September-Tag Liebesnest für zwei Frischvermählte gewesen. War’s das windige Herbstwetter, waren’s die kuscheligen Samtsitze? Oder doch der Film, der dazu anregte, ein Kind zu zeugen? Tatsache: Vor ziemlich genau 30 Jahren empfing eine junge Frau im Popcorn- und Cola-Dunst einen Sohn. Im Hintergrund „The Rocky Horror Picture Show“.

Der Bub von einst konnte heuer 30. Geburtstag feiern. Der Film mit dem Soundtrack seines Lebensbeginns ist etwas älter. Am 24. Juni 1977 kam er in die deutschen Kinos. Unter anderem in die Museum-Lichtspiele. Dort läuft er nun seit 40 Jahren. Woche für Woche für Woche.

Erst war der Film ein Flop

„Der Hartmut Hinrichs hat damit angefangen“, erinnert sich Mathias Wild, Hinrichs’ Nach-Nachfolger als Geschäftsführer. Richtig begeistern konnte Jim Sharmans Musical-Adaption anfangs nicht. Doch Kinobetreiber Hinrichs, selbst Schauspieler und Musicaldarsteller, wusste, wie er die Leute für ein bisschen Horrorschau über die Isar locken konnte. „Er ist mit anderen Schauspielern durch Schwabing gezogen, in Kostümen, mit Musik und allem drum und dran – mit diesen Trupps hat er den Film ordentlich gepusht“, erzählt Wild.

Vor allem aber kam dem kreativen Kinomann eine geniale innenarchitektonische Idee: Zusammen mit befreundeten Bühnenbildnern baute er den einstigen Lagerraum des kleinen Kinos in einen „The Rocky Horror Picture Show“-Saal um. Die Lampen, die Wandbemalung, der Vorhang – alles orientiert an der Kulisse der längst zum Kult gewordenen transsylvanischen Transvestiten-Party.

Noch immer kommen jedes Jahr Tausende in die Vorstellungen

Und so läuft der Film auch 40 Jahre nach seiner Premiere noch immer jeden Freitag und Samstag im „Rocky“-Saal. Ein unbemerktes Schäferstündchen kann man sich nach wie vor nicht recht vorstellen, denn das Zuschauerinteresse lässt nicht nach. 4000 bis 6000 verkaufte Karten im Jahr – „das heißt, 40 bis 50 Zuschauer pro Vorstellung“, erzählt Wild. Hinzu kommen die Sonder-Vorführungen etwa an Halloween oder Silvester. Aus aller Welt reisen die Besucher an. Denn das Kino steht ja wegen seines langen Atems nicht nur im „Guinnessbuch der Rekorde“, auch in internationalen Deutschland-Reiseführern von Brasilien bis Italien kann man es finden. „Einmal hat uns das Bordmagazin einer Airline vorgestellt. Das steigert natürlich den Bekanntheitsgrad“, erzählt Wild.

Nun lebt „The Rocky Horror Picture Show“ vor allem von den Mitmachspielen, die sich über die Jahre fest etabliert haben. Wenn etwa Rocky aus seinen Bandagen gewickelt wird – und die Zuschauer Klopapierrollen zu werfen beginnen. Geht’s so bunt auch im Museum-Lichtspiele zu? „Das hängt vom Publikum ab. Manche kommen verkleidet und ziehen es komplett durch. An anderen Abenden ist es ruhig, und die Leute schauen nur den Film an“, sagt Wild. An der Kasse liegen in jedem Fall Mitmach-Pakete bereit.

Mathias Wild in seinem Kino.

So auch am kommenden Wochenende, dem Jubiläum. Dann gibt’s die volle Dröhnung: 20 Vorstellungen „The Rocky Horror Picture Show“ nacheinander, 40 Stunden lang, passend zum 40-Jährigen. Vor zehn Jahren hat Wild das schon einmal organisiert, 30 Stunden damals. Und tatsächlich, zu jeder Show war jemand da. Auch morgens um 5. Dann vielleicht nur ein, zwei Besucher. Er selbst war nicht durchgehend anwesend, weiß also nicht, was sonst noch so passiert ist. Aber manchmal ist es ja vielleicht auch besser, da gar nicht weiter nachzufragen...

Zum Jubiläum wird der Film in der Lilienstraße 2 ab Freitag, 23. Juni, 23 Uhr, bis Sonntag, 25. Juni, 17 Uhr, rund um die Uhr gespielt. Eintritt: 5 Euro. Kostümierte erhalten einen Sekt.

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