"Schreibe, wie du sprichst"

- Der Duden hat seinen festen Platz auf unzähligen Schreibtischen zwischen Elbe und Isar. Sein Erfinder Konrad Duden gilt als der Vater der deutschen Einheitsrechtschreibung. Im Jahr 1880 veröffentlichte er sein "Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache". Von der 7. Auflage an im Jahr 1902 war der Duden das für die deutsche Rechtschreibung verbindliche Wörterbuch, das bis heute als anerkanntes Standardwerk gilt. Vor 175 Jahren, am 3. Januar 1829, wurde Konrad Duden in Wesel am Niederrhein geboren.

<P>Dudens Ansatz war ein ganz pragmatischer: Der Lehrer und Sohn eines Eisenbahnbeamten wollte mit seinem Wörterbuch kein neues Regelwerk erfinden, sondern ein einheitliches Gerüst für die Rechtschreibung schaffen. "Schreibe, wie du sprichst", war das Prinzip, dem er folgte. "Demokratisch" und damit jedem zugänglich sollte die einheitliche Rechtschreibung sein. 28 000 Stichwörter hatte die 1. Auflage des Duden und kostete eine Mark. Inzwischen umfasst der Duden 120 000 Wörter und ist in seiner 22. Auflage erschienen.</P><P>Die erste Konferenz zur "Herstellung größerer Einigung in der deutschen Rechtschreibung" war 1876 noch am Einspruch von Reichskanzler Otto von Bismarck gescheitert. Auch der berufliche Werdegang von Duden hatte Brüche. So musste er sein Studium der klassischen Philologie, Germanistik und Geschichte bereits nach vier Semestern aus finanziellen Gründen abbrechen und eine Stelle als Hauslehrer annehmen. Trotzdem legte er 1854 eine Universitätsprüfung ab und promovierte danach an der Philosophischen Fakultät Marburg. Anschließend arbeitete er an Gymnasien in Soest, im thüringischen Schleiz und in Bad Hersfeld, wo er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1905 Schulleiter war. Deutschlands Ober-Orthograph starb 1911 in Sonnenberg bei Wiesbaden.<BR></P>

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