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Oliver Sacks wurde 82 Jahre alt.

Nach Krebsleiden

Schriftsteller und Neurologe Oliver Sacks  gestorben

London - Oliver Sacks' Bücher waren anders. Der Neurologe und Schriftsteller beschrieb, wie Menschen mit Krankheiten der Psyche leben - manchmal bitter, manchmal komisch. In einem seiner letzten Essays befasste er sich mit dem eigenen Tod.

Der britische Schriftsteller und Neurologe Oliver Sacks ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 82 Jahren in New York, wie die „New York Times“ unter Berufung auf seine langjährige Mitarbeiterin Kate Edgar berichtete. Sacks wurde mit Büchern wie „Awakenings“ („Zeit des Erwachens“) und „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“ berühmt. Seit den 1960er Jahren hatte er in den USA gelebt, gearbeitet und gelehrt.

Sacks stellte in seinen Erzählungen neurologische Krankheitsbilder anschaulich und in humorvollem Stil dar. „Awakenings“ („Zeit des Erwachens“) wurde mit Robert de Niro in der Hauptrolle verfilmt und 1991 für einen Oscar nominiert. In dem Bestseller „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“ erzählte er in einer Reihe von Fallgeschichten von Menschen, die aus der vermeintlichen Normalität gefallen sind.

Der Autor hatte erst im Februar in einem Essay für die „New York Times“ über seine Krebserkrankung geschrieben. Er hatte erklärt: „Mein Glück ist zur Neige gegangen.“ Zuvor waren Metastasen in seiner Leber entdeckt worden. Neun Jahre zuvor war er erfolgreich an einem Tumor am Auge operiert worden. Sacks war auf dem operierten Auge erblindet und zuletzt auf einen Gehstock angewiesen. Zuletzt hatte Sacks seine Autobiografie „On the Move - Mein Leben“ veröffentlicht.

Am Tag der Todesnachricht zollten Schriftsteller-Kollegen dem britischen Autor Respekt und Anerkennung für sein Lebenswerk. Die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling beschrieb Sacks auf Twitter als „großartigen, menschlichen und inspirierenden Menschen“. Richard Dawkins betonte ebenfalls auf der Kurznachrichten-Plattform, er habe Sacks „bewundert“.

dpa

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