Schumann und die leichte Muse

- Schon wegen seines "Traumpaares" dürfte der Liederabend von Sopranistin Petra-Maria Schnitzer und Tenor Peter Seiffert im Münchner Prinzregententheater im Rahmen der Münchner Opernfestspiele das Publikum angezogen haben. Sind doch die beiden auf der Bühne wie im richtigen Leben ein Paar.

Doch dass sie miteinander verbandelt sind, spielt durchaus eine Rolle bei diesem Liederabend, für den sich Schnitzer und Seiffert im ersten Teil Robert Schumanns "Vier Duette", op. 34 und op. 78, seine "Tragödie 1-3" und Solo-Lieder von ihm und Clara Schumann ausgesucht haben. Lieder von Richard Strauss, Claude Debussy's "Fê^tes Galantes I" und eher selten zu hörende Kompositionen von Joseph Marx standen denn nach der Pause auf dem Programm. Ein Repertoire, mit dem das Ehepaar öfter konzertiert.<BR><BR>In fast allen Texten ist von unterschiedlichen Gefühlswallungen zu unterschiedlichen Jahreszeiten die Rede, von Herz- und in gewissem Sinne auch Weltschmerz. Emphatisch-leidenschaftlich mal im Duett, mal solo vorgetragen.<BR><BR>Begleitet wurden sie dazu vom hochkonzentrierten Peter Tomek als Klaviergestalter. Keine Frage, Schnitzer und Seiffert wissen, wovon sie singen. Man nimmt ihnen die Inhalte ab, nichts wirkt aufgesetzt oder gekünstelt. Klar und leicht der geschmeidige Sopran von Petra-Maria Schnitzer und ökonomisch geführt der markante, in den Höhen allerdings hin und wieder stark gestemmte Tenor von Peter Seiffert. Irritierend allerdings, dass er die Noten auf dem Pult liegen hatte und allzu häufig den Blick dorthin wandte, gerade dann, wenn der Text den Blick woandershin erfordert hätte.<BR><BR>Zu Hochform jedoch liefen beide bei den Zugaben aus der Abteilung der eher unterhaltsamen, leichten Muse auf - unter anderem bei Liedern von Robert Stolz. Faszinierend schön präsentierten sie das Duett "Bei einem Tee à` deux" aus Franz Lehá´rs Operette "Das Land des Lächelns".<BR><BR>Ein Genre, das ihnen sichtlich Spaß macht und das sie als Duo in dieser Natürlichkeit durchaus intensiver in ihren Liederabenden pflegen könnten.<BR>

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