Schumis scheuendes Pferd

- Damit ist der Neuen Sammlung München ein ganz anderes Publikum sicher. Eines, das bei der Formel 1 weiche Knie bekommt und für das kein Himmel röter als Ferrari sein kann. "The Face of Pace", das Gesicht der Geschwindigkeit, ist in der Rotunde der Pinakothek der Moderne installiert worden: glanzvolle Fotos von Michel Comte, der nicht nur Starrummel bringt, sondern auch ein Stückchen Lässigkeit von der Rennbahn.

Zum ersten Mal werden die Aufnahmen des Schweizers gezeigt, der zwar 15 Jahre lang an diesem Projekt vor und hinter den Kulissen der Rennställe arbeitete, bisher aber eher berühmt war für seine Modeaufnahmen und Prominentenporträts. Demi Moore, Sharon Stone, Kim Basinger - und jetzt also Michael Schuhmacher und das berühmte, scheuende Pferd von Ferrari. Sein Resümee: "Die Formel 1 ist eine Droge." Oder, fotografisch ausgedrückt: Sie ist Ästhetik, Geschwindigkeitsrausch, Technikbegeisterung, aber auch Zusammenhalt und harte Arbeit eines Teams.

Michel Comte hat in den letzten Jahren einige Reportagen vorgelegt und das Rote Kreuz in Kriegs- und Krisengebiete begleitet. Auch die Momentaufnahmen der Autorennen von Maranello bis Monza erzählen prototypisch eine Geschichte. Vorbeirasende Landschaft, unscharfe Blicke in die Fankurven, eilende Beine der Mannschaft, Auf- und Abbauten der Ferrari-Flagge gehören zu den Stimmungsbildern. In kraftvolles Rot getaucht die Szenen in der Werkstatt - allgemeingültig für ein ganzes Genre.

Comte hat sich gelöst von der reinen Ästhetik. Trotzdem ist diese Ode an den Motorsport Schönheit und Rasanz zugleich. Neben der Leica benutzte er dafür eine in diesem Metier ungewöhnliche Linhof-Plattenkamera. In Zürich wurden die Großnegative erstmals digital auf transparente Kunststofffolien ausbelichtet. So ist doch wieder ein Stückchen Glamour entstanden, der leger mit Sicherungs-Klebeband an die Wand geheftet wird - ganz entsprechend den Facetten des Sports.

Bis 8. Januar, Katalog 29,80 Euro. Tel. 089/ 23 80 53 61

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