Schlechtester Wert seit 20 Jahren: Umfrage-Schock für die CSU

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Die schwedische Göttin

- "Spiel es noch mal, Sam", bittet die blonde Schönheit den Mann am Klavier. Und der haut in die Tasten und singt "You must remember this . . ." Unnötig, noch mehr zu erklären _ jeder weiß, von welchem Film die Rede ist: "Casablanca", jene bittersüße Liebesgeschichte zwischen Ilsa und Rick wurde Kult, als dieses Wort noch niemandem bekannt war.

<P> Der Schwedin Ingrid Bergman gelang als Ilsa der Aufstieg zum Weltstar. Und das, obwohl Hollywood anfangs nicht viel von ihr wissen wollte. "Sie hat eine viel zu große Nase, schiefe Zähne und unmögliche Augenbrauen", mäkelte David Selznick, Produzent so erfolgreicher Filme wie "Vom Winde verweht". Doch dass die Bergman auf der Leinwand das geheimnisvolle "Etwas" besaß, das den wirklichen Star vom Starlet unterscheidet, zeigte sich recht bald. Egal ob "Intermezzo", "Wem die Stunde schlägt" oder "Ich kämpfe um dich" _ stets umgab sie eine besondere und faszinierende Aura des Unerreichbaren.</P><P>Das Publikum war hingerissen, man nannte sie "den schwedischen Schneeball, der ganz Hollywood zum Schmelzen bringt", und verglich die dreifache Oscar-Preisträgerin gerne mit der "göttlichen" Greta Garbo. Und Cary Grant, mit dem sie unter Alfred Hitchcocks Regie in "Berüchtigt" immerhin den damals längsten Kuss der Filmgeschichte absolvierte, erklärte: "Ich bin der Meinung, dass das Oscar-Gremium ihr jedes Jahr einen Sonderpreis überreichen sollte _ unabhängig davon, ob sie einen Film gedreht hat oder nicht."</P><P>Der bald folgende Eklat ist ebenfalls Filmgeschichte geworden: In ihrer Autobiografie "Mein Leben" beschreibt Ingrid Bergman diesen magischen Moment des Jahres 1948, der dafür verantwortlich sein wird, dass ihre bisher so fulminante Karriere für einige Zeit durchhängen wird: Es ist der Besuch von Roberto Rossellinis erstem Spielfilm "Rom, offene Stadt". Diese 89 Minuten Vorführdauer genügten, um Ingrid Bergman ins Zentrum eines der größten Skandale der Filmbranche zu rücken. Denn beeindruckt von Rossellinis Schaffen, schreibt sie dem italienischen Regisseur einen Brief, in dem sie ihm ihre Dienste anbietet: "Wenn Sie eine schwedische Schauspielerin gebrauchen können, die sehr gut englisch spricht und die auf Italienisch nur ,Ti amo sagen kann, dann bin ich bereit, zu kommen und einen Film mit Ihnen zu drehen."</P><P>Ein Jahr später trennte sich die Schauspielerin von ihrem Ehemann Petter Lindström und zog ohne Tochter Pia nach Italien, um dort mit Rossellini zusammenzuleben. Damit verstieß sie gegen den ungeschriebenen Moralkodex Hollywoods. Die 1944 mit ihrem ersten Oscar ausgezeichnete Bergman wurde auf offener Straße bespuckt und galt bei den Produzenten plötzlich als Kassengift. Resultat der siebenjährigen Liaison mit dem Meister des italienischen Neorealismus waren sechs Filme, die weder künstlerischen noch finanziellen Erfolg brachten, sowie drei Kinder, Isabella, Isotta und Robertino.</P><P>Doch nicht nur die schwer zugänglichen Filme waren Flops, auch die Ehe scheiterte. Unter anderem, weil Rossellini es nicht ertragen konnte, wenn seine Frau mit anderen Regisseuren arbeitete, denn, so Ingrid Bergman, "für ihn war das das gleiche wie sexuelle Untreue". Er ohrfeigte sie öffentlich, ging ins Bordell und beneidete sie um ihren beruflichen Erfolg. Nach ihrer Trennung von Rossellini empfing man sie in der Traumfabrik mit offenen Armen und honorierte 1956 ihre Leistung an der Seite von Yul Brunner in "Anastasia" mit dem zweiten Oscar.</P><P>Die nächsten Jahre ging es für die berüchtigt sparsame und überpünktliche Ingrid Bergman wieder steil nach oben, sie drehte so unvergessliche Filme wie "Lieben Sie Brahms?", "Indiskret", "Die Kaktusblüte" oder den ebenfalls Oscar-prämierten "Mord im Orient-Express". Als sie 1974 von ihrer Krebserkrankung erfuhr, reagierte sie betont gelassen. "Ich weigere mich, mich von der Krankheit besiegen zu lassen", erklärte sie und übernahm noch Ende 1981, von der Krankheit gezeichnet, die Rolle der Golda Meir in einem gleichnamigen Fernsehfilm.<BR>Für diese Produktion wurde sie mit dem Emmy ausgezeichnet _ posthum, denn an ihrem 67. Geburtstag, dem 29. August 1982, starb Ingrid Bergman in London.<BR></P>

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