Schweizer Dirigent Armin Jordan gestorben

- Basel/Paris - Der Schweizer Orchesterchef Armin Jordan ist tot. Der 74-jährige Dirigent starb in der Nacht zum Mittwoch im Krankenhaus in Zürich, nachdem er am Freitag im Orchestergraben des Theaters Basel bei der Premiere von Prokofjews "Die Liebe zu den drei Orangen" zusammengebrochen war. Seinen Tod gab am Mittwoch das Pariser Orchesterensemble, dessen Gastdirigent Jordan war, bekannt.

Noch am Sonntag hatte das Theater Basel erklärt, Jordan befinde sich nach einem Kreislaufkollaps auf dem Weg der Besserung und könne das Krankenhaus in den nächsten Tagen verlassen.

Das Theater Basel reagierte mit "großer Bestürzung und Trauer" auf den plötzlichen Tod Jordans. Das Theater und die Allgemeine Musikgesellschaft Basel wollen den Verstorbenen am 27. und 28. September mit Gedenkkonzerten ehren, wie das Theater mitteilte. Wegen gesundheitlicher Probleme hatte Jordan zuvor Konzerte in Paris und Besançon mit dem Pariser Orchesterensemble absagen müssen.

Jordan wurde am 9. April 1932 in Luzern geboren. In Freiburg (Fribourg) studierte er Rechtswissenschaft, Literatur und Theologie, bevor er sich endgültig der Musik zuwandte. Seine Karriere begann er 1961 als musikalischer Leiter am Städtebundtheater Biel-Solothurn. Weitere Stationen waren die Zürcher Oper, das Theater St. Gallen und das Theater Basel. Von 1985 bis 1997 leitete Jordan als Nachfolger des Deutschen Horst Stein das Orchestre de la Suisse Romande (OSR). Zahlreiche Tourneen führten ihn etwa nach Japan, Belgien, Großbritannien und Südkorea. Von 1986 bis 1992 war Jordan auch Leiter des Pariser Orchesterensembles.

Die Ernennung zum Ehrendirigenten des Sinfonieorchesters Basel führte Jordan in der Saison 2006/07 nach Basel zurück. Zudem dirigierte er weiterhin Orchester in mehreren Ländern Europas. Jordan hat mit seinen Orchestern zahlreiche Schallplatten aufgenommen, darunter auch mit dem Orchestre National de l'Opéra de Monte-Carlo und dem Orchestre National de France. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und wurde 2000 vom Botschafter Frankreichs in der Schweiz zum Mitglied der Ehrenlegion ernannt.

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