Sechser-Bande

- Was ist los mit dieser Stadt? Wo ist sie hin, die einst gut besuchte Galerieszene Münchens? In die Pinakothek der Moderne strömen die Massen. In namhafte Galerien mit Engagement für zeitgenössische Kunst verirren sich wenige Besucher. Kunstliebhaber schon, bei der breiten Öffentlichkeit schrumpft freilich das Interesse. Diese Entwicklung bemängeln sechs Galerien am Gärtnerplatz (Huber Goueffon, Wittenbrink, Rupert Walser, Karin Sachs, Mathias Kampl und Karl Pfefferle).

Damit dies nicht länger so bleibt, hat man sich zusammengetan. Ziel und Vorbild der Kollektiv-Arbeit: Der New Yorker Soho-Bummel oder die Kunstszene Berlin-Mitte. Die Marschrichtung der "Sechser-Bande": gemeinsame Öffnungszeiten, Rundgang im Viertel sowie der lange Galerien-Samstag als Freizeitangebot und Publikumsmagnet. Gärtnerplatz-Quartier neben Museums-Areal? Weshalb nicht.<BR><BR>Exklusivität solle keine Hemmschwelle bleiben, meinen die Initiatoren. Moderne Kunst bedürfe Erklärung - die liefere man der Kundschaft. Der Fahrrad-Dienst vor den Galerien für Frühjahr und Sommer sei geordert. Über Events vor den Bildern denke man nach. Und: In der gemeinsamen Themenabsprache sehe man das reanimierende Programm. "Kunst und Mode" lautet etwa das Motto für das "heiße Wochenende" Anfang Mai.<BR><BR>Derzeit ist das verbindende Thema eher noch zufällig. Fotografie bildet meistens die Grundlage für individuelle Malerei. Peter Vogts theatrale Guckkastenserie "Der Offene Mund" (Huber Goueffon) passt überraschend zu den Schwarzweiß-Filmstils von Silja Addy (Wittenbrink), aber auch zu Leif Trenklers geheimnisvoller Aufsicht in formale Muster seiner Stadtansichten (Karl Pfefferle).<BR><BR> 

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