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Ein Mann mit Stil, der sich allerdings auch gern im Hintergrund hält: Peter Fox in der Olympiahalle.

Party im Maßanzug

Seeed in der Olympiahalle: Merkur-Kritik

München - Ob sie so lange an ihren Krawattenknoten herumgedoktert haben? Man weiß es nicht. Jedenfalls ließen sich Seeed in der ausverkauften Münchner Olympiahalle extrem bitten.

Irgendwann saßen die schmucken Maßanzüge offenbar richtig, die vier Bläser waren zur Fanfare bereit – und die Fans sowieso schon ewig zu allem.

Die Party im Kollektiv-Synchrontanzen konnte beginnen, und fortan gab es nichts mehr zu mosern. Ihr eigenes „Ding“ macht die elfköpfige Dancehall-Reggae-Kombo um die drei Vokal-Akrobaten Eased (Frank Dellé), Ear (Demba Nabé) und den berühmtesten der Truppe, Peter Fox (Pierre Baigorry), schon seit mehr als einem Jahrzehnt, doch für ihre jüngste Platte wurden Seeed gar schwer von ihren Fans gescholten: Brachial auf MTV-Tauglichkeit sei ihr Sound mittlerweile getrimmt, und die viel geschätzte Experimentierfreude sei quasi auf dem Null-Punkt angelangt. Die Musiker zeigten sich davon bislang – oh Wunder – unbeeindruckt. Live nämlich funktionieren diese Songs erschreckend gut, vor allem „Beautiful“ erhält ohne den strikten Produktions-Schnickschnack eine erfrischend wärmende Tiefe. Die Hormone stiegen also auch in der Olympiahalle, es wurde ausgelassen getanzt und den Damen trotz bayerischer Zurückhaltung zumindest zugezwinkert. Obwohl wohl kaum einer die verrückten jamaikanisch-kreolischen Texte verstand, mit ihrem Charme des Verruchten halfen Seeed schnell dabei, etwaige Barrieren abzubauen.

Zum Reggae-Festival in der Olympiahalle passte dann zwar der Gaudi-Booty-Shake-Contest auf der Bühne – nur Peter Fox wirkte dabei als Moderator leider deplatziert. Der 41-Jährige ist einfach kein Thomas Gottschalk, versteckt sich trotz herausragender Solo-Karriere lieber hinter seinen Kumpels. Das aber ist in Ordnung, schließlich hat er Stil, und den sollte Mann pflegen und bewahren.

Angelika Mayr

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