Sein und Schöpfung

- Das Benefizkonzert zugunsten des Vereins LebensMut - Leben mit Krebs e. V. war stark auf Argentinien bezogen. Seit fünf Jahren besteht die Initiative, in der man durch die inzwischen traditionellen Konzerte mit Mitgliedern des BR-Symphonieorchesters eine Verbindung zwischen Musikgenuss und den Zielen des Vereins herzustellen sucht: Hochleistungsmedizin und Menschlichkeit vereinen. Zu Gast im Max-Joseph-Saal war diesmal das Spiller Trio mit den Argentiniern Antonio Spiller (Violine) und Silvia Natiello-Spiller (Klavier) sowie dem taiwanesischen Schweizer Wen-Sinn Yang (Cello).

<P>Zwischen dem C-Dur-Klaviertrio op. 87 von Brahms und dem d-moll-Klaviertrio op. 49 von Mendelssohn Bartholdy stand die Uraufführung des ebenfalls in Argentinien geborenen und in Deutschland lebenden Juan Maria Solare auf dem Programm. Eine Auftragskomposition der Kunststiftung NRW: "EL ES - Ein Trio in fünf Sätzen". Dies sind die Anfangsbuchstaben des Widmungsträgers, Ljerko Spiller, dem mittlerweile 95-jährigen südamerikanischen "Patriarchen des Violinunterrichts".</P><P>Vielfältig ist der Titel in der deutsch-spanischen Sprachauslegung interpretierbar. Es geht um Sein und Schöpfung; letztlich ist er auch eine Anspielung auf die Klaviertrios Mauricio Kagels, einem der Vorbilder Solares. Insgesamt eine klangfarbenreiche, homogene Komposition, basierend auf meditativen bis stakkatoartig-eruptiven Momenten, die jedem Instrument sowohl solistischen Freiraum lassen als auch ein korrespondierendes Miteinander ermöglichen.</P><P>Das Spiller Trio bescherte eine außergewöhnliche Matinée. Bestechend das selbstverständliche Spiel und das hohe Maß an Präzision dieser innerlich perfekt aufeinander eingestimmten Musiker. Ungeheuer die Sogwirkung und der kraftvolle, nie harte Klang. Rasant und voller Esprit gerieten Scherzo und Finale bei Mendelssohn.<BR><BR></P>

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