Seltsame Menschen

- Passion, Obsession, Pathos. Das ist das Motto der Theaterkunst seit Menschengedenken, und "P.O.P." passt daher auch zu Münchens Spielart, dem Festival, das vom 17. November bis zum 3. Dezember 22 Produktionen aus zwölf Ländern vorstellt. Wie man heutzutage Theater macht - die Spielarten eben -, wollen Tilman Broszat und Gottfried Hattinger wieder zeigen.

Den Auftakt macht am 17. November, 17.30 Uhr, Julian Rosefeldts große Videoinstallation "Asylum", die im Haus der Kunst auch die gesamte Festivalzeit läuft. Am gleichen Tag ab 22.30 Uhr wird die Eröffnung in der Muffathalle gefeiert. Die gesellschaftskritische Haltung der Videos nimmt Rodrigo Garcías Projekt "Die Geschichte von Ronald, dem Clown von McDonals" (17., 18.11.) auf. Da wird so richtig rumgefetzt mit dem Billig-Fraß, der die einen krank und die anderen reich macht. Essen und Sucht auch bei "Sweet": Zu den Eine-Person-Auftritten bei Spielart gehört auch die Schwedin Charlotte Engelkes (29., 30.11., Kammerspiele/ Werkraum).

Deutschlandpremieren sind zum Beispiel "Peepshow" der Kanadierin Marie Brassard (18., 19.11., Reaktorhalle) und "Risiko" des Polen Grzegorz Jarzyna (19., 20., 21.11., Spielstätte steht noch nicht fest). Beide Geschichten drehen sich um Menschen, die aus dem Geregelten herauskippen. Damit spielen auch - sehr witzig, sehr skurril - Christoph Marthalers Menschen-Wesen. Er zeigt den Liederabend "O.T. Eine Ersatzpassion" (22., 23.11., Muffathalle).

In Europa bisher noch nicht zu sehen war die kanadische Produktion "Bigger Than Jesus", in der Rick Miller mit den Bildern kämpft, die wir uns von dem Sohn Gottes machen (26.-28.11., Muffathalle). Eher minimalistisch kommen die Italiener von der Kinkaleri-Truppe mit "OTTO" (zu Deutsch: acht) daher - aber mit Humor (23., 24.11., i-camp). Gruseliger wird's bei den Argentiniern. Mit "Manifesto de Niños" schildern sie das Abgründige in der Schmusepuppe.

Der Vorverkauf hat begonnen; Tel. 089/ 54 81 81 81.

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