Voller Optimismus ist Martina Taubenberger, Chefin der Werksviertel-Mitte Kunst, dass auf dem Gelände im Münchner Osten bald wieder Veranstaltungen stattfinden dürfen.
+
Voller Optimismus ist Martina Taubenberger, Chefin der Werksviertel-Mitte Kunst, dass auf dem Gelände im Münchner Osten bald wieder Veranstaltungen stattfinden dürfen.

Die whiteBOX heißt jetzt Werksviertel-Mitte Kunst – und freut sich auf ein kunterbuntes Jahr

Sie bringen wieder Leben ins Werkviertel!

  • Katja Kraft
    vonKatja Kraft
    schließen

Das Münchner Kunst- und Kulturzentrum whiteBOX heißt jetzt Werksviertel-Mitte Kunst. Weil es weiterhin Kunst in das Werksviertel am Münchner Ostbahnhof bringen möchte. Auch und gerade in Corona-Zeiten.

Mit einer Ausstellung von Kunst, die im Lockdown entstanden ist, aus dem Lockdown herausgehen – was für eine prickelnde Idee. Man wünscht Martina Taubenberger und ihrem Team des Münchner Kunst- und Kulturzentrums whiteBOX, dass ihr Plan funktioniert. Der ist: am 30. April mit der Vernissage von Robert Weissenbachers Schau „Aus dem Lockdown“ wieder loszulegen.Am liebsten zusammen mit der Gastronomie des Werksviertels. „Wir wollen gemeinsam ins Leben zurückkehren“, sagt Taubenberger am Freitag frohgemut auf einer digitalen Pressekonferenz. Sie stellt voller Optimismus das Programm für dieses Jahr vor. Und betont gleich vorweg: „Natürlich wissen wir, dass wir immer ein bisschen auf Sicht fahren müssen. Doch fest steht: Wenn uns die Türen wieder zugemacht werden sollten, werden wir andere Formen finden, unsere Veranstaltungen durchzuführen. Und Kunst erlebbar zu machen.“

Das Werksviertel in München.

Neue Wege zu beschreiten, war ihr Ziel, als Taubenberger vor fünf Jahren die whiteBOX gründete. Und neue Wege schlägt sie auch nun wieder ein. „Wir lösen uns administrativ von unseren Räumlichkeiten – Büro, Gastatelier, Ausstellungsraum und Flure – und orientieren uns ab sofort noch intensiver an unserem Motto ,Raum für Entfaltung‘“, erzählt sie. Man will unter dem neuen Namen Werksviertel-Mitte Kunst freier sein, sich noch weiter ins sich stetig verändernde Viertel öffnen.

Künstlerisch beispielsweise mit Urban Art, deren Genuss man sich vom 17. September bis 24. Oktober als Besucher selbst auf dem Gelände im Münchner Osten erlaufen kann. Zu einer Zeit also, in der normalerweise das Oktoberfest stattfinden würde. „Dieses Jahr kann man sich ja trauen, etwas in den Wiesn-Wochen anzubieten – denn die wird wohl nicht stattfinden. So öffnet die Pandemie auch neue Zeitfenster“, formuliert es Taubenberger optimistisch.

Spannend klingt auch das Projekt, das sie sich für die Wochen vom 6. bis 27. August vorgenommen hat. Dann darf sich die Leipziger Künstlerin Franz Jyrch im Gastatelier austoben. Es wird über und über gefüllt sein mit Papier. Diesen Werkstoff soll Jyrch mit allen Sinnen erfassen. Sie freut sich schon mächtig darauf. „Weil ich noch nie mit Papier gearbeitet habe. Mich hat immer dieses begrenzte Format abgeschreckt“, erzählt sie. Doch nun: Papier im Überfluss? „Wie großartig! Ich bin gespannt darauf, damit installativ zu arbeiten.“

Ab dem 30. April würde sie dort gern Werke von Robert Weissenbacher ausstellen (li.). Später im Jahr wird es in dem ohnehin sehr bunten Viertel (re.) Urban Art zu sehen geben.

Wer sich intensiver mit der Kunst beschäftigen möchte, die heuer im Werksviertel gezeigt werden soll, der kann – auch das ist neu – Kunstlotse werden. „Wir möchten Menschen dazu ermutigen, selbst kleine Führungen zusammenzustellen oder auch einfach da zu sein, um Besuchern Fragen zu beantworten. Zwölf ehrenamtliche Lotsen haben wir schon“, erzählt Taubenberger. Wer Interesse hat, bekommt von den jeweiligen Künstlerinnen und Künstlern eine Einführung in ihr Werk. Von Robert Weissenbacher zum Beispiel, dem Mann mit der Lockdown-Kunst. Er hat sich in einer mehrteiligen Serie mit der Pandemie künstlerisch auseinandergesetzt. So entstanden etwa mehrere Aktzeichnungen. Voller Sehnsucht nach Nähe und Körperlichkeit. Die Werksviertel-Mitte Kunst mit ihrer zukunftsfrohen Chefin macht große Hoffnung, dass sie bald gestillt wird.

Das ganze Programm der Werksviertel-Mitte Kunst gibt es im Internet unter www.werksviertel-kunst.de

Auch interessant

Kommentare