Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt
Vor allem lustig will er sein: Florian Simbeck beim Fototermin in München. Das „LOL“ im Programmtitel steht in der Chat-Sprache des Internets für „laut loslachend“. Die Satzzeichen „:-)“ ergeben einen Smiley, wenn man sie um 90 Grad nach rechts dreht. foto: haag

Simbeck: „Ich kann nicht erwachsen werden“

München - Florian Simbeck? Ach ja, der Stefan von „Erkan & Stefan“. Seit seiner Rolle als Prolet aus Neuperlach kommt Simbeck, 40, nicht mehr von seinem Kunstnamen los. Im Interview spricht Simbeck über sein Soloprogramm „LOL :-)!“

Heutelebt Simbeck mit seiner Frau Stephanie und zwei Kindern im Münchner Umland und hat sein eigenes Comedy-Programm „LOL :-)!“ (Internetsprache für „laughing out loud“, „laut loslachend“, d. Red.) auf die Beine gestellt. Heute stellt er es im Schlachthof vor. Im Interview verrät Simbeck, wie er reagiert, wenn man ihn als Stefan anspricht, was ein Playstation-Papa ist und wie er seine Kinder erzieht.

-Herr Simbeck, wenn Sie nicht mehr Stefan sind - wer sind Sie dann?

Ich bin ein junger Comedian, der ohne Gitarre auf der Bühne steht. Ich machte Wortkabarett. Und ich bin der Playstation-Papa.

-Der Playstation-Papa?

Ich kann einfach nicht erwachsen werden. Ich hänge wahnsinnig gerne vor Facebook oder vor der Playstation rum. Aber ich habe ja auch zwei Kinder, die jetzt fünf und sieben Jahre alt sind, und die muss ich ja auch irgendwie in meinen Zeitplan hineinkriegen.

-Und darum geht es auch in Ihrem Programm?

Ja. Eine Nummer geht zum Beispiel so: Mein Sohn bekommt ein Eis und läuft in den Garten zum Spielen. Plötzlich fängt er an zu schreien und ich muss natürlich schnellstmöglich nachschauen, was passiert ist - aber vorher spiele ich noch schnell das Level zu Ende. Ist doch klar, oder? (Lacht.) Es geht in „LOL :-)!“ aber auch darum, wie es ist, mit 600 Leuten gleichzeitig zu reden, aber nicht mit der eigenen Frau. Und darum, 500 Freunde auf Facebook zu haben, aber den Geburtstag alleine zu feiern.

-Ist das Programm etwa gesellschaftskritisch?

(Lacht.) Hauptsächlich geht es um Spaß. Aber wenn meine Figur Fernseher und Playstation als Babysitter-Ersatz hernimmt, dann merkt der Zuschauer hoffentlich selbst, dass das nur mit einem Augenzwinkern gemeint sein kann.

-Wie machen Sie das mit Ihren eigenen Kindern?

Die dürfen jeden Tag eine halbe Stunde mit der Playstation spielen, aber nur mit mir zusammen. Und im Fernsehen gibt’s ja wirklich gute Sachen, da hab ich kein Problem mit. Viel problematischer finde ich, dass eine gewisse gebildete Schicht das sinnfreie Spielen verteufelt. Diese Eltern produzieren bleiche, unterernährte Kinder, die statt Pausenbrot nur Karotten kriegen und die auf dem Schulhof verprügelt werden, weil sie nur Holzspielzeug haben.

-Wofür plädieren Sie?

Einfach mal lockerlassen! Auch als Erwachsener ist es extrem wichtig, einfach mal zu spielen.

-Mit „Erkan & Stefan“ haben Sie große Erfolge gefeiert. Wie reagieren Sie, wenn Sie heute jemand mit Stefan anspricht?

Dann dreh ich mich um, ganz automatisch. Ich bin ja auch stolz auf diese Phase, sie ist Teil meiner Biografie. Und in Dönerläden muss ich bis heute eigentlich nie was bezahlen, das ist schon okay.

-Als Sie und Friedmann sich getrennt haben, hatte man eher das Gefühl, dass Sie beiden genug haben von Ihren Rollen...

Das ist völlig falsch rübergekommen. Von unserer Trennung wurde berichtet, ohne dass wir etwas davon wussten. Eigentlich hatten wir zu der Zeit eine große Tour geplant, aber die Leute haben alle ihre Tickets zurückgegeben. Danach war alles vorbei.

-Denken Sie manchmal daran, als Stefan zurückzukehren?

Das werde ich oft gefragt von meinen Fans. Aber das wird erst mal nicht passieren. Ich brauche noch Zeit für mich.

-Was planen Sie für die nächsten Jahre?

Meine Passion ist die Comedy, ich möchte auf jeden Fall weiter auftreten. Ich habe es mit der Schauspielerei versucht, aber in Deutschland gibt es leider keine gutgeschriebenen Comedy-Rollen in Serien. Und wenn, dann wissen die Regisseure nicht, wie sie sie richtig umsetzen sollen. Also dann lieber auf die Bühne: Ich mag den Kontakt zum Publikum, wenn ich zum Beispiel nach der Show noch auf ein Bier mit den Leuten zusammensitze. Das ist direktes Feedback und nicht so ein leeres Gefühl wie beim Fernsehen, wo es nur um die Quoten geht.

-Sie trinken mit Ihren Fans hinterher wirklich noch ein Bier?

Ja, klar! Oder eher ein paar nicht-alkoholische Getränke, weil ich ja noch Auto fahren muss.

Das Gespräch führte

Katharina Fuhrin.

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