Razzia gegen Islamisten in Berlin

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"Singen macht süchtig"

"Luisa Miller": - Giuseppe Verdis Oper "Luisa Miller" hat am Pfingstmontag Premiere im Münchner Nationaltheater. Die rumänische Sopranistin Krassimira Stoyanova übernimmt die Titelpartie.

"Mein Mann hat gesagt, ‚Schluss mit der Geige’", lacht Krassimira Stoyanova, die seinen Rat "brav" befolgte und seit einigen Jahren als Sängerin die großen Bühnen der Welt erobert ­ von Wien bis New York, von Barcelona bis Helsinki, von Tel Aviv bis Buenos Aires. In München, wo sie bereits als Micaela und Figaro-Gräfin gastierte, singt sie unter der musikalischen Leitung von Massimo Zanetti ihre erste Luisa Miller in Verdis gleichnamiger Oper.

"Ich war einfach zu schwach, um mich zwischen der Violine und der Stimme zu entscheiden. So lief ich morgens schon um 8 Uhr, wenn der Mensch noch nicht einmal richtig sprechen, geschweige denn singen kann, zu meinem Gesangsprofessor und hernach zur Orchesterprobe." Denn im Orchester verdiente sie als fest angestellte Geigerin ihren Lebensunterhalt.

Mit sieben Jahren erhielt die gebürtige Rumänin ihren ersten Geigenunterricht, studierte anschließend an der Musikhochschule in Plovdiv und begann nebenher ein Gesangsstudium. Sie liebte ihre Geige und hätte nie gedacht, dass das Singen einmal zum Beruf werden würde. "Doch es machte mich süchtig."

Ob die Musikerin der Sängerin geholfen hat? "Sehr sogar", betont Krassimira Stoyanova, die jedem jungen Kollegen rät, ein Instrument zu spielen. "Das schärft die Sensibilität für die Musik, und man lernt, sich in viele Stile hineinzufinden." Trotzdem hängte sie die Geige an den Nagel, verschrieb sich ganz dem Gesang und genießt es, dass dadurch der ganze Körper zum Instrument wird. "Die Stimme ist unsere Verbindung zu Gott. Die Stimme und die Augen können niemals lügen", so formuliert Stoyanova ihr persönliches Credo.

Dass sie auch als Darstellerin auf der Bühne Wahrheit und Natürlichkeit anstrebt, daran lässt sie keinen Zweifel. Das Regietheater kommt ihr dabei sehr entgegen. Entsprechend genoss sie die Herausforderung bei der ersten Zusammenarbeit mit Regisseur Claus Guth, der die auf Schillers "Kabale und Liebe" basierende Verdi-Oper inszenierte.

"Er geht immer mit der Musik, mit dem Text und mit den Sängern und leistet eine feine, analytische Arbeit, bei der er die untergründigen Beziehungen der Figuren freilegt. Dadurch verlieren die Charaktere alles Melodramatische und werden zu echten Menschen." Auch ihre künftigen Luisas ­ 2008 am Liceu in Barcelona und 2011 in Paris ­ werden, da ist die Sängerin sicher, von Claus Guths psychologischer Arbeit geprägt sein.

Krassimira Stoyanova reist nicht mit drei Rollen um die Welt, sondern hat sich ein breites Repertoire erarbeitet: Von Mozarts Susanna, "die ich eigentlich nicht bin", ist sie zur Gräfin gewechselt, singt seine Ilia ("Idomeneo"), seine Vitellia ("Titus") und Donna Anna ("Don Giovanni"). Aber auch bei Verdi ist sie in ihrem Element von Traviata und Gilda bis zur Desdemona. "Mozart ist wie ein Arzneimittel für die Stimme und bereitet sie ideal für Verdi vor."

Auch weniger bekannten Damen wie Cecilia aus "Il Guarany", Delia aus "Fosca" oder Rachel aus "La Juive" hat sie sich mit Erfolg angenommen. Fernziele peilt sie nicht an: "Die Stimme muss sich langsam entwickeln dürfen, dann kommen die Rollen auf einen zu."

Als wichtigsten Kritiker hat Krassimira Stoyanova ihren Mann immer dabei. Er verabschiedete sich von Oboe und Englischhorn, gab seinen Posten im Orchester auf, um seine Frau rund um die Welt zu begleiten und zu betreuen. Manchmal, wenn beide zu Hause in Wien oder und Bulgarien entspannen, greift die Ex-Geigerin wieder zum Instrument und staunt: "Ich kann es noch. Es ist wie Radl fahren…"

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