News-Ticker: Barcelona-Anschlag: Vierter Verdächtiger von der Polizei festgenommen

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Singendes Saxophon

- Die erste halbe Stunde gehörte Joey Calderazzo am Flügel. Zunächst etwas nervös in den lebendigen Eröffnungsrhythmen, beruhigte er sich im lyrischen zweiten Stück. Der Pianist und Organist gehört zum Ensemble um Starsaxophonist Branford Marsalis. Im Rahmen der Tournee von "JazzNights 2004/ 2005" stellt Marsalis derzeit mit seinem Quartett, zu dem noch Bassist Eric Revis und Drummer Jeff ,Tain Watts zählen, sein Album "Eternal" vor - sozusagen Musik für die Ewigkeit. Eine Hommage an den Jazz liebenden Maler Romare Bearden.

<P>Das Ensemble, das als eines der beständigsten im Jazz gilt, brauchte ebenfalls Zeit, um mit der Atmosphäre im Herkulessaal fertig zu werden. Branford Marsalis ist kein Musiker, dem es um Selbstdarstellung geht, und das kommt der Band zugute. Hier spielen vier Gleichberechtigte, von denen auch jeder seinen kompositorischen Anteil zum Programm beigesteuert hat. Dieses basiert auf unterschiedlichen Jazzhaltungen um 1960. Unterstrichen wurde das durch die schlichte 50er-/60er-Jahre-Grafik auf der einfallslosen hellblauen Rückwand des Tourpromoters.<BR><BR>Der experimentierfreudige Marsalis gilt als Wanderer zwischen den Stil-Welten. Er spielte mit wunderbar warmem Ton in ausgedehnten Saxophonkaskaden und Kantilenen, dabei schien sein Instrument manchmal mit seinem Drummer zu diskutieren, manchmal zu singen. Dabei bewegte er sich im Spannungsfeld zwischen Free Jazz und Standards, zeigte sowohl auf dem Tenor- als auch Sopransaxophon kompromisslos und vital Mut zur Strenge und Zerrissenheit.<BR><BR>Subtil wie souverän bereiteten ihm dazu seine Mannen den Klangteppich ohne die sonst üblichen langen Solo-Passagen der einzelnen Instrumente. Schließlich schienen sogar die Herkulesdarstellungen ihre Kämpfe angesichts dieser hypnotischen Ensemblesicherheit zu unterbrechen und mitzuswingen.<BR></P>

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