Woher hat sie ihre Kraft? Skin, Sängerin der britischen Band Skunk Anansie. Foto: Falke

Skunk Anansie: Mit rasender Wut

München - Wer beim Konzert von Skunk Anansie in der fast ausverkauften Münchner Tonhalle war, der hat dort etwas erlebt, was ihn fortan begleiten wird.

Das war mal wirklich ein Ereignis - und zwar nicht im Sinne der leeren postmodernen Worthülse „Event“, sondern in der ursprünglichen Bedeutung. Wer beim Konzert von Skunk Anansie in der fast ausverkauften Münchner Tonhalle war, der hat dort etwas erlebt, was ihn fortan begleiten wird.

Elf Jahre waren die britischen Neo-Punker nicht mehr unterwegs - da konnte man sich Sorgen machen, ob der Elan in der Zwischenzeit nicht doch ein klein wenig erlahmt sein könnte. Schon nach den ersten Takten ist klar: Die rasende Wut der Band ist eher mehr geworden. Denn die Zeiten sind danach.

Live mittlerweile sehr deutlich dem britischen Power-Rock der späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahre verpflichtet, drischt das Quartett seine Hymnen an den Zorn und die Verzweiflung derart zwingend in den Saal, dass man schneller davon mitgerissen wird, als man darüber nachdenken kann.

Das ist nicht nur, aber natürlich vor allem das Verdienst der einzigartigen Sängerin Skin. Woher diese Frau die Kraft und die Leidenschaft nimmt, sich bedingungslos in jedes Lied zu stürzen, als könnte es das letzte ihres Lebens sein, ist unbegreiflich. Aber genau diese Haltung macht ihr Charisma aus, dem das Publikum rettungslos verfallen ist. Junge Mädchen, alt gewordene Rocker, flippige Szenegänger - sie alle hängen an Skins Lippen, als wäre sie eine Heilsbringerin, und tatsächlich wandelt sie einmal auf den Händen der Fans wie dereinst der Messias auf dem See Genezareth.

Ein großer Abend, ein brillantes Konzert. Gut, wenn man es miterlebt hat.

von Zoran Gojic

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