Lebensgefahr! Heute nicht an Isar aufhalten - selbst wenn es nicht regnet

Lebensgefahr! Heute nicht an Isar aufhalten - selbst wenn es nicht regnet
+
Ein Foto aus der Olympiahalle.

US-Metal-Band

Slipknot in der Olympiahalle München: Die Konzert-Kritik

  • schließen

München - Die US-Metal-Band Slipknot ist am Mittwoch in der Olypiahalle München aufgetreten. Hier lesen Sie die Konzert-Kritik.

Zwischen dem blutigen Aufblitzen der „Slipknot“-Buchstaben auf der Leinwand bewegen sich fette Maden im Zeitraffer. Der Moshpit vor der Bühne stampft und stößt wie eine Herde wilder Bisons. Im schweren Gleichklang bewegen sich vier maskierte Köpfe am Bühnenrand: Gitarrist Mick Thomson, der mit seiner Maulkorbmaske alle Hoffnung aufzusaugen scheint und in akustischem Zorn wiedergibt; Rhythmusgitarrist James Root in Gauklermaske, Neu-Bassist Alessandro Venturella und Corey Taylor, ein Bein auf der Monitorbox, das Mikro als Waffe. 9500 vornehmlich männliche Metalheads sind in der Olympiahalle. „All I’ve got is insane“, singen sie im Chor.

Slipknot ziehen ihre Horrorshow seit 20 Jahren durch. Jetzt haben die Nu-Metaller ihr neues Album .5: The Gray Chapter live präsentiert. Die Faszination der neun Maskenmänner liegt nicht nur im bösen und beängstigenden Soundcocktail, in den sich Rockohrwürmer wie Killpop schleichen. Slipknot überzeugen auch mit einer Horror-Ästhetik, die an Filmklassiker wie Texas Chainsaw Massacre oder John Carpenters Halloween erinnert.

Eine Leinwand zeigt Schönes in Nahaufnahme - und offenbart dadurch übergroßen Schrecken. Hässliches entfaltet hingegen eine eigenwillige Schönheit - wie die Schmeißfliegen, die sich an roten Früchten laben.

Das musikalische Metalbrett schiebt sich wie eine Walze durch die Halle. Ob Shawn Crahan wirklich auf seine Percussions einschlägt, ist zweitrangig: Hauptsache, der Clown kriecht und ätzt und ist unlustig. Aus den Maskenmännern müffelt laut das Böse in seiner wilden Körperlichkeit und orgiastischen Ekstase - und infiziert alle.

Jasmin Menrad

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
Die Arena di Verona kämpft mit Affären und Finanznot. Hilfe verspricht man sich von einem Sanierungsplan - und einer Uralt-„Aida“.
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
„Ein Hoch auf uns – Warum?“
Er ist Kapitän der Rockband Eisbrecher, deren neues Album „Sturmfahrt“ jetzt erscheint. Wir sprachen mit Alexander Wesselsky über die neue Platte, billiges Fleisch und …
„Ein Hoch auf uns – Warum?“
Kas mit Karoline
Das New Yorker Regieduo 600 Highwaymen versuchte sich im Auftrag der Salzburger Festspiele an Ödön von Horváths „Kasimir und Karoline“. Lesen Sie hier unsere …
Kas mit Karoline
Am 11. September 2017 startet der Münchner Krimi-Herbst!
Beim Münchner Krimi-Herbst des Internationalen Krimifestivals München lesen hochkarätige Krimi- und Thriller-Autoren aus aller Welt aus ihren Büchern.
Am 11. September 2017 startet der Münchner Krimi-Herbst!

Kommentare