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„Ich war doch nie weg, Mann!“ Wesley Snipes kehrt mit „The Expendables 3“ nach drei Jahren Gefängnis auf die Leinwand zurück.

Merkur-Interview

Snipes: „Wir zeigen, was echte Männer machen“

München - Wesley Snipes spricht im Interview über Machos, „Twilight“-Bubis und die Action-Helden seines neuen Films „The Expendables 3“.

Wesley Snipes spielte unter anderem den Banden-Boss im Michael-Jackson-Video „Bad“ und die Hauptrolle in Spike Lees Rassismus-Drama „Jungle Fever“, ehe er als Titelheld der Comicverfilmung „Blade“ weltberühmt wurde und zum führenden schwarzen Action-Star der Neunzigerjahre aufstieg. Ab morgen ist der 52-Jährige in der Söldner-Senioren-Sause „The Expendables 3“ im Kino zu sehen – sein erster Filmauftritt nach einem dreijährigen Gefängnisaufenthalt wegen Steuerhinterziehung.

Zu Beginn des Films werden Sie auf spektakuläre Weise aus dem Knast befreit...

Ja, das fand ich witzig. Während ich hinter Gittern saß, bot man mir ständig Rollen in irgendwelchen Gefängnisdramen an: Ich sollte einen Typen spielen, der im Knast zum Priester wird, einen Polizisten, der undercover als Häftling ermittelt, und so weiter. Ich habe die Drehbücher alle gelesen – und sie alle in die Mülltonne getreten.

Sehen Sie „The Expendables 3“ als Ihr Action-Comeback?

Nein, wieso? Ich war doch nie weg, Mann! Seit der Jahrtausendwende habe ich überall auf der Welt Filme gedreht, die in Deutschland allenfalls auf DVD erschienen sind: Actionkracher über Macho-Männer, die Macho-Männer-Kram treiben. Vor allem in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion stehen die Leute auf solche Testosteron-Schleudern – und nicht etwa auf verweichlichte „Twilight“-Bubis. Glauben Sie mir: Ich habe eine riesige Fangemeinde in Kasachstan! (Lacht.)

Ihre erste Zusammenarbeit mit Sylvester Stallone ist bereits 20 Jahre her.

Ja, „Demolition Man“ war mein erster großer Actionfilm. Ich kam vom Theater und war noch völlig grün hinter den Ohren. Gleich am ersten Drehtag hatte ich eine Kampfszene mit Sly und dachte: „Du trittst gegen Rocky und Rambo an – also trainiere lieber noch mal ordentlich deine Martial-Arts-Techniken!“ Als die Kamera lief, landete ich einen perfekten Rückwärts-Drehkick und trat Sly mit voller Wucht gegen die Wand. Er unterbrach: „Mach mal halblang, Mr. Karate, wir sind hier beim Film! Halte einfach nur deinen Fuß hin, den Rest erledige ich schon selber.“ Und ich dachte: „Verdammt, jetzt wirst du schon am ersten Tag gefeuert!“

War es schwer, sich für „The Expendables 3“ in Form zu bringen?

Nein, ich versuche stets, gesund zu leben und mich fit zu halten. Ich trainiere fast täglich, mache Yoga und Pilates. Nur manchmal verliere ich den Kampf gegen Schokokekse und Apfelkuchen.

Was war Ihr eindrucksvollstes Erlebnis am Set?

Die Szene, in der ich mit all den anderen Action-Stars einen Kampfhubschrauber-Einsatz fliege. Ich sah neben mir Harrison Ford, Arnold Schwarzenegger und Antonio Banderas – und meinte: „Wow! Wir sollten wirklich aufpassen, dass dieser Helikopter nicht abstürzt!“

Wer sind Ihre persönlichen Helden?

Auf der einen Seite Leute wie Nelson Mandela, auf der anderen Seite aber auch jemand wie Jay Z – weil er es geschafft hat, Beyoncé rumzukriegen! (Lacht.)

Sind Machos noch zeitgemäß?

Soll ich Ihnen mal sagen, wer mein Männerbild geprägt hat? Errol Flynn, James Brown und Tom Jones waren für mich die coolsten Typen auf diesem Planeten. Als ich erlebte, wie Tom Jones auf der Bühne mit weit geöffnetem Hemd loslegte und die Frauen im Publikum reihenweise in Ohnmacht fielen, dachte ich: „Ja! So muss es sein!“ Heutzutage sind viele Jünglinge unsicher, wie sie sich verhalten sollen. Ich kann ihnen nur raten, sich „The Expendables 3“ anzuschauen: Da zeigen wir ihnen, was richtige Männer zu tun haben!

Das Gespräch führte Marco Schmidt

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