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Himmlisch, hymnisch, hypnotisch

Konzertkritik: So war Anathema im Backstage

Einen abenteuerlichen Weg hat die Liverpooler Band Anathema in zweieinhalb Jahrzehnten zurückgelegt: von ruppigem Doom Metal über düsteren Alternative Rock hin zu einer faszinierenden Mischung aus Progrock und atmosphärischen Klängen, die sämtliche Schubladen sprengt.

Ihr elftes Studioalbum „The Optimist“, bei den Progressive Music Awards kürzlich als CD des Jahres ausgezeichnet, zeigt einmal mehr, dass Anathema sich nicht hinter anderen Songschreibern aus Liverpool verstecken müssen. 

Bei ihrem ergreifenden Konzert im Münchner Backstage Werk zelebrieren sie ihre außergewöhnlichen Kompositionen mit Hingabe, Mut zum Pathos und emotionaler Wucht. Zum Niederknien: der kraftvolle, glasklare, herzzerreißende zweistimmige Gesang. Kombiniert wird er mit brillanter Gitarrenarbeit, perlenden Klavier-Tupfern, singenden Basslinien, elektronischen Einsprengseln und druckvollem Schlagzeug. 

So ergießen sich von der Bühne herab mächtige Klangfluten, in die man sich als Zuhörer stürzen kann – und von denen man sich gern verschlingen lässt. Bisweilen frönen die Lieder einem eigenartigen Faible für Tritonus und Fünfvierteltakt, bleiben jedoch dank traumschöner Melodien stets zugänglich. Anathema lassen etwa „A Simple Mistake“ nach ruhigem Beginn plötzlich explodieren; sie wagen sich an Pink Floyds Klassiker „Shine On You Crazy Diamond“ (Hut ab!) und verknüpfen ihn gekonnt mit dem eigenen Song „Fragile Dreams“. Dabei erweisen sie sich als wahre Meister im Erzeugen von Stimmungen – und nehmen das Publikum mit auf eine packende Gefühlsreise: himmlisch, hymnisch, hypnotisch.  

Marco Schmidt

Rubriklistenbild: © Archivbild / dpa

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