"Soap -­ die Show": Pack die Badehose ein

München - Wenn ein Urteil ganz bös` ausfällt, heißt es: Mit dem Stück, mit dieser Aufführung, mit jener Rolle sei man ganz schön baden gegangen. Dass aber "Badengehen" auch etwas Positives meint, das zeigt "Soap - die Show" von Markus Pabst und Maximilian Rambaek: ein Badewannen-Cocktail aus Artistik, Klassik und Gesang. Eine herrliche Schaumschlägerei.

Über ein Jahr lang begeisterte diese skurrile Mischung aus kindischem Ernst und hochprofessioneller Verspieltheit im Varieté-Theater Chamäleon das Berliner Publikum. Nun aber fährt die Aufführung von Produzent Volker Brümmer (Circle of Eleven) erstmals auf Tournee. Und den Zuschauern des Deutschen Theaters München geht's sozusagen nass nei. Denn ab dem 1. Mai (Voraufführung, Premiere ist am 2. Mai) heißt es auch hier: "Pack die Badehose ein."

Die Schwimmente ist immer dabei

Dass das ein geradezu unsterbliches Lied ist, beweist in der "Soap"-Show Opernsängerin Georgina Chakos, die diesen Schlager der einstmals kleinen Cornelia zum Arien-Knüller der Klassik macht: von Händel und Bach bis Mozart, Puccini und Rimski-Korsakow - was Papa Froboess vor 50 Jahren komponierte, hält allen Heroen der Musikgeschichte stand. Und man staunt über die nie geahnten kompositorischen Qualitäten dieses als 50er-Jahre-Schlager verkannten Hits.

In der Badewanne ist nicht nur jeder sein eigener Kapitän. Hier wird auch ein jeder zum Künstler. Das sagte sich Regisseur, Inspirator und der international operierende Bühnen-Wellnesser Pabst, nachdem er sich vor einigen Jahren auf dem Münchner Tollwood-Festival von einer einzelnen Badewannen-Nummer eines australischen Varieté-Künstlers inspirieren ließ. Das müsse man doch noch steigern können, fand er. Und er konnte. Das Ergebnis: Über sieben Wannen must du geh'n...

Was brauchen die umtriebigen Regisseure für diesen Erfolg? Eine Mannschaft von jungen, internationalen Artisten, vom Ball-Spieler bis zum Ketten-Turner, von der Luftnummern-Akrobatin bis zum Handstand-Perfektionisten, vom Goldfisch-Taucher bis zum Seifenblasen-Multiplikator. Und immer mit dabei: die kleine oder große gelbe Schwimmente.

Ein unschuldiges, kindliches Vergnügen, in das perfekt auch noch Tschaikowskys Tanz der kleinen Schwäne hineinpasst. Ein Badespaß für Groß und Klein. Und wenn es gut läuft, lässt man sich gefangen nehmen von dem Charme der Darbietungen. Da stockt einem auch schon mal der Atem bei all den Waghalsigkeiten auf dem Badewannenrand. Und man vergisst glatt Essen und Trinken. Ja, der Zuschauerraum des Deutschen Theaters hat hier seine steife Parkettanordnung aufgegeben.

Wie es sich fürs Varieté gehört, sitzt das Publikum an kleinen Tischen und lässt sich bedienen. Wenn aber die Kulinarik auf der Bühne verführerischer ist als die der Theaterküche, dann dürfte angesichts der schönen Sängerin und attraktiven Artisten sich gar mancher heimlich wünschen: Lass' mich dein Badewasser schlürfen.

Vom 1. bis 18. Mai.

Der Vorverkauf läuft. Tel. 089/ 55 23 44 44 oder www.deutsches-theater.de.

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