Soile Isokoski mit Mahler und Strauss

- Endzeitstimmung lag über dem ersten Teil des siebten Abonnement-Konzertes der Münchner Philharmoniker, das Daniele Gatti im Münchner Gasteig leitete. Das Adagio aus Gustav Mahlers unvollendeter zehnter Symphonie erklang vor Richard Strauss' Vier letzten Liedern. Auch wenn es dem Mahler'schen Abgesang ein wenig an wienerischer Morbidität, an der "Süße" der Streicher mangelte, hielt Gatti die Intensität im langen Atem der Crescendi. Klangschön setzten sich Holz und Hörner in Szene (Mittelteil) und vor dem Verstummen riskierte das Blech seinen schrillen Aufschrei.

<P>Ohne Sentimentalität spannte Soile Isokoski die zarten, endlosen, silberüberglänzten Bögen in Richard Strauss' wunderbaren Welt-Abschieds-Gesängen. Während in "September" ihrem schlanken, höhensicheren Sopran die Durchsetzungskraft in der Mittellage zu fehlen schien, klang "Beim Schlafengehen" in allen Lagen ausgeglichen. </P><P>Zarte, glänzende Welt-Abschieds-Gesänge</P><P>Das "Abendrot" rückte die finnische Sängerin in ein wehmütig-schönes Herbstlicht. Bei all dem setzte Daniele Gatti mit dem Orchester auf satte Grundierung, ließ das Raffinement von Strauss zu kurz kommen. </P><P>Robert Schumanns "Rheinische" führte zum Abschluss mit einem derb-kracherten Kopfsatz dann schnurstracks ins Diesseits, wobei man sich zunächst etwas mehr Transparenz gewünscht hätte. Im zweiten Satz ließ Gatti es ordentlich walzen, im vierten zelebrierte er die Feierlichkeit bevor das Orchester sich in der heiteren Gelöstheit des Finales tummeln durfte und mit deftig schmetternden Fanfaren das Ende ankündigte. Mitgerissen steigerte das Münchner Publikum sich in einen großen Schlussapplaus.</P>

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