Solide Malerei und saurer Kitsch

- "Wir haben eine bessere Zusammenarbeit auf unsere Fahnen geschrieben. Wir haben uns entschlossen, die Traditionen zu wahren", erklärte Leó´n Krempel, Kurator im Münchner Haus der Kunst, vor dem Eröffnungspublikum der Jahresausstellung der 1868 gegründeten "Münchener Künstlergenossenschaft".

Er verlieh Gernod Frick für dessen Fantasmagorie "Marlboro Country" (New York als baumbestandenes und beweidetes Fluss-Delta) einen Preis "für das beste Werk dieser Ausstellung". Auch die anderen vier im Haus der Kunst alljährlich sich präsentierenden Gruppen sollen einen Preis für die jeweils "beste Arbeit" erhalten. Dem solchermaßen Prämiierten winken nach einem Atelierbesuch eine dreimonatige Website-Präsenz und eine Jahreskarte für den freien Eintritt.

Favorisiert war außerdem ein "Blick über den Tegernsee", gemalt von Ekaterina Zacharova. Sie hätte eine Auszeichnung verdient für das hier beste Landschaftsgemälde. Ihr Beispiel zeigt, dass Qualität ohne den Zeitgeist auszukommen vermag, dass malerisches Können unabhängig ist von einem behaupteten Trend.

Wenn die 17-köpfige Jury bereit wäre, den sauren, süßen und schier unerträglichen Kitsch zu eliminieren, wäre das eine gute Ausstellung. Es gibt genügend Maler und Bildhauer, mit denen sich eine solide Jahresschau bestreiten ließe. Ein paar verlässliche Namen bei den Aquarellen und Pastellen: Alexander Kotchetow, Roswitha Plank, Paulus Glaswinkler, Ernst Böhm und Rita Bous.

Anneliese Vornehm sollte sich in ihrer Virtuosität ein wenig bremsen. Gute Ölmalerei stammt unter anderem von Monika Arndt, Georg Beyer und Hermann Eller - der kriegerische Feuerzauber in Bagdad bei Nacht. Bei der Bildhauerei und bei der Grafik sollte um Zuwachs geworben werden.

Bis 28. Februar. Katalog 6 Euro, Tel. 089/ 33 18 54.

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