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Interview mit Helmfried von Lüttichau

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Von: Leoni Billina

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Helmfried von Lüttichau im Monopol Kino
Der BR porträtiert Schauspieler Helmfried von Lüttichau in den „Lebenslinien“ © babiradpicture/ Christian Stiefler

Der 65. Geburtstag – ein guter Zeitpunkt, um das Leben Revue passieren zu lassen: Der Bayerische Rundfunk widmet dem Schauspieler Helmfried von Lüttichau, geboren als Helmut Friedrich Wilhelm Graf von Lüttichau, anlässlich dessen Jubeltags am 20. November nun eine „Lebenslinie“. Der 45-minütige Film zeichnet das Bild eines Menschen, der es nicht immer leicht hatte, aber trotzdem voller Neugier und Offenheit durchs Leben geht.

„Das war eine sehr intensive Beschäftigung mit der Vergangenheit. Toll, aber auch nicht immer einfach“, sagt von Lüttichau über die Dreharbeiten. „Für mich war klar, wenn es so einen Film über mich gibt, dann nicht nur, um meine Eitelkeit zu bedienen. Deshalb habe ich versucht, mich intensiver mit der Geschichte meines Lebens zu beschäftigen.“

Alte Fotos und Schauplätze seiner Vergangenheit werden gezeigt. Man sieht, wie der TV-Star zu seinen Tanten nach Hannover reist und mit ihnen über seine Eltern spricht. Das eher schwierige Verhältnis zum Vater ist genauso Thema wie die erste große Liebe, Schauspielkollegin und spätere Ehefrau Karin Werner. Sie erkrankt an Krebs, er begleitet sie durch die schwere Zeit hindurch bis zu ihrem Tod 2009.

Der Durchbruch kam mit „Hubert und Staller“

Sein Berufsleben ist zunächst geprägt von verschiedenen Engagements an Theatern, doch erst nach dem Entschluss, die Bühne hinter sich zu lassen und Film- und Fernsehrollen zu spielen, kommt der Durchbruch. Vor allem eine Rolle macht ihn dabei populär: An der Seite seines Schulfreundes Christian Tramitz spielte Helmfried von Lüttichau sieben Jahre lang den enthusiastischen und etwas tollpatschigen Wolfratshauser Polizeiobermeister Johannes Staller in der ARD-Serie „Hubert und Staller“.

„Das Bairische musste ich mir erst einmal aneignen“, sagt der gebürtige Hannoveraner, „aber durchs genaue Hinhören, Nachmachen und über die Partnerschaft mit Christian Tramitz habe ich es offensichtlich geschafft“. In der Verbindung zu Tramitz sieht von Lüttichau auch einen der großen Erfolgsfaktoren der beliebten Serie: „Das Paar Hubert und Staller wirkte nicht gecastet, sondern echt – was ja auch so war.“

Helmfried von Lüttichau mit seiner Ehefrau Gabriela
Helmfried von Lüttichau mit seiner Ehefrau Gabriela © Agentur Schneider-Press/TT

„Vielleicht habe ich danach auch immer gesucht: etwas ganz Eigenes zu finden.“

Stallers Polizeiuniform hat von Lüttichau 2017 an den Nagel gehängt, dankbar ist er der Serie aber immer noch. „Diese Rolle, die vielleicht auch so etwas wie eine Lebensrolle ist, hat mir hinterher viele Türen geöffnet.“ Unter anderem ermöglichte sie den Schritt hin zu einer eigenen Kabarett-Tour, „Plugged“, mit der er zurzeit unterwegs ist (wir berichteten). „Was mich an meinem Bühnenprogramm so freut, ist, dass es komplett von mir ist. Vielleicht habe ich danach auch immer gesucht: etwas ganz Eigenes zu finden.“

Die Vorstellung von erneuten Theater-Engagements ist keine Verlockung mehr. „Ich ordne mich nicht so wahnsinnig gerne unter“, sagt er und lacht. „Und so funktioniert das Theater dann doch oft. Da freue ich mich gerade, dass ich die Freiheit habe, selbst zu bestimmen, was ich mache und wie ich das mache.“ Heute lebt von Lüttichau mit seiner zweiten Ehefrau Gabriela in Schwabing und am Schliersee. Und für seinen Geburtstag wünscht er sich, immer offen und neugierig zu bleiben. „Dass mir das nicht verloren geht.“

„Lebenslinien“ läuft am 15.11. um 22 Uhr im BR Fernsehen oder in der BR-Mediathek.

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