Spätlese-Ehepartner

- Nur keine Falten! Schauspieler und 50-plus - da ist man schnell weg vom Bildschirm. Ein auf dem Hintergrund von Hartz IV heute doppelt ernst zu nehmendes Sujet. Boulevard-Routinier Curth Flatow ging es natürlich von der humorvollen Seite an.

In "Romeo mit grauen Schläfen" löst sich das Existenzproblem in heiter lächelndem Wohlgefallen auf. Kurzer, aber herzlicher Applaus in der Münchner Komödie am Max II. Die Rollenangebote sind rar geworden. Die Waschkörbe mit Fan-Post lügt sich "Alfi" Alexander Fischer nur noch vor und das Älterwerden weg -mit zärtlich gepflegten Schauspielschülerinnen.

Dann unverhofft die Chance auf eine Serien- Hauptrolle; jedoch zunichte gemacht durch Alfis plötzlich auftauchende Tochter mit Baby. Opa als TV-Held? Nein danke. Aber wie es der Boulevard so will: Indem Alfi sich mit Enkel in die Presse bringt, rührt er geschickt die Werbetrommel. Opa- Sein ist plötzlich "in". Und da die Autorin der Serien- Vorlage ihren Protagonisten just nach Alfi, ihrer ersten heißen Teenie-Liebe, modellierte, ist er sowieso die Idealbesetzung -obendrein auch noch als ihr Spätlese- Ehepartner.

Damit dieses Doppelpack-Happyend auf der Bühne funktioniert, hätte es Knalleffekte gebraucht, szenische Überraschungen, was offensichtlich nicht so die Sache ist von Regisseur Karl Friedrich. Eine gewisse Gediegenheit bestimmt diesen Abend, der aber in seiner nicht unsympathischen Behäbigkeit menschliche Wärme ausstrahlt.

Da passt sogar das ironisch kommentierende Baby-Quäken als Running Gag. Attraktivcharmant bis markig das Damenquartett Julia Stelter, Nina Kapust, Sylvia Weikert und Gabriele Dossi. Routiniert Harald Heinz als Agent. Und überzeugend auf seinem ersten Ausflug in das Boulevard-Metier "Romeo" Robert Giggenbach.

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