Die Sparsamen werden bestraft

- Trotz Edmund Stoibers strengem Sparkurs herrscht verhaltene Freude im Wissenschaftsministerium - zumindest im Kunst-Ressort. Nicht nur Dieter Dorns Vertragsverlängerung am Staatsschauspiel sorgt dafür, sondern auch die Rettung zumindest zweier bayerischer Stadttheater.

<P> "Würzburg und Hof hätten zusperren müssen, wenn der Freistaat seine Zuschüsse gestrichen hätte. Und auch in Augsburg hätte es schlecht ausgesehen", erläutert Ministerialdirigent Toni Schmid. Insgesamt bedeutet das, so verriet Kultusminister Thomas Goppel, "keine Kürzungen bei nichtstaatlichen Theatern, nichtstaatlichen Orchestern und den Musikschulen". Betroffen sind die bayerischen Stadttheater von Aschaffenburg bis Freising, die, so Schmid, 30 bis 50 Prozent ihres Etats vom Freistaat beziehen. <BR><BR>Auch der gebührenfreie Sonntag in den staatlichen Museen bleibt erhalten. Die vorgeschlagene Ein-Euro-Lösung (pro Person) fand keine Zustimmung. Obwohl damit Minimum 600 000 Euro jährlich zusammengekommen wären. "Wir wollen auf der Fläche das Angebot erhalten und in der Spitze die Qualität", umschreibt Toni Schmid das Anliegen seiner Abteilung. </P><P>Der erste Vorsatz ist mit der weiteren Subvention der Theater, Orchester und Musikschulen bereits erfüllt. Beim zweiten wird noch verhandelt. Die Münchner Staatsbühnen - Staatsoper, Staatsschauspiel und Gärtnerplatztheater - sollen laut Sparplan 4,8 Millionen Euro, also zehn Prozent einsparen. Da das nicht von heute auf morgen geht - die dicksten Etatposten sind fixe Personal- und Betriebskosten - wird jetzt mit dem Finanzministerium über eine "Zeitschiene" verhandelt. Alle betroffenen Intendanten und auch die Museumschefs zeigten sich sehr kooperativ. <BR><BR>Dass die Sparsamen zusätzlich bestraft werden, erlebt jetzt Dieter Dorn: Er sparte beim Staatsschauspiel ein Pölsterchen an, um dann in diesem Jahr bei einer Neuinszenierung aus dem Vollen schöpfen zu können. Pustekuchen. "Wir sind da keine guten Partner", gesteht der Ministerialdirigent zerknirscht. </P>

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