Ostbahnhof ist für S-Bahnen wieder frei – noch immer herrscht Chaos

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Spaß und Qualität

Jugendorchester "Odeon": - "Odeon" nennt sich das neue Jugendsinfonieorchester München - so wie das kreisrunde Aufführungsgebäude der Antike oder der frühere Konzertsaal in der Landeshauptstadt. Das jedoch fehlt dem neu gegründeten Verein noch: ein fester Proben- und Aufführungsort. Bis dahin kann man seinen Namen auch als Metapher lesen - für den runden Zusammenhalt, auf den die Gruppe heute, ein paar Monate nach ihrer Gründung im Oktober 2006 und ein paar Tage vor ihrem ersten Auftritt am Sonntag, sehr stolz ist.

Die meisten der bislang 53 Musiker zwischen 15 und 23 Jahren sind von Anfang an dabei - deshalb helfe auch jeder so tatkräftig mit, wie die junge Geschäftsführerin Katharina Knebel begeistert erzählt. Das Odeon ist eine Initiative von 35 Musikern des Münchner Jugendorchesters und einiger ihrer Eltern. Unzufrieden mit dessen Organisation, hätten sie "die Notbremse gezogen", sagt Wolfgang Liertz vom Vorstand. Sie seien geschlossen ausgetreten, um mit einem eigenen jungen, demokratisch selbstbestimmten Orchester gleichzeitig Spaß und Qualität zu bieten. Der Spaß aber sei etwas, das professionellen Orchestern häufig spürbar fehle, bedauert der Bratscher Wolfgang Berg aus eigener Erfahrung. Er ist Dozent, künstlerischer Mentor des Odeon und Mitglied der Münchner Philharmoniker.

Das Odeon, das sich aus Mitgliedsbeiträgen und städtischen Zuschüssen finanziert, probt wöchentlich - eine Besonderheit unter der Handvoll Münchner Jugendorchester. Geplant seien drei oder vier Programme im Jahr, berichtet eines der wenigen Mitglieder über 25: der chilenische Dirigent Julio Doggenweiler Fernández. Darunter sollen sich interessante Werke der modernen Literatur finden, er möchte aber auch als Mittler für den klassischen Bereich wirken. "Wir wollen ein hohes Niveau", stimmt Berg seinem professionellen Kollegen zu. "Was nicht bedeutet, dass die Leute alle Berufsmusiker werden wollen."

Auf eben diesem hohem Niveau will Odeon am Sonntag sein erstes Konzert im Theater Leo 17 geben. Trotz der knappen Probenzeit trauen sich das hochmotivierte Orchester und sein 17-jähriger Konzertmeister Georg Pfirsch - Bundesgewinner bei "Jugend musiziert" und Meisterkurs-Absolvent bei Maxim Vengerov - an Sibelius‘ Violinkonzert in d-moll. Den anspruchsvollen Rahmen bilden Sibelius‘ "Finlandia" sowie Schumanns vierte Symphonie.

Konzert an diesem Sonntag, 18 Uhr, im Münchner Theater Leo 17, Leopoldstr. 17. Karten und Info: 089/ 23 71 81 65. Eintritt: 19 oder 10 Euro.

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