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Abschied vom Singspiel? Mit Horst Seehofer (M.) muss vielleicht auch Christoph Zrenner von der Bühne abtreten.

Spekulationen über Abschied

Singspiel am Nockherberg: Warum „Seehofer“ 2019 vielleicht nicht dabei ist

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Horst Seehofer gehört beim Singspiel am Nockherberg eigentlich zu den festen Größen. Doch in diesem Jahr könnte sich der langjährige Landesvater von dieser Bühne verabschieden.

München - Vergangenes Jahr war er schon mit Köfferchen zu sehen. Nach seinem Auftritt heuer könnte Noch-Ministerpräsident Horst Seehofer alias Schauspieler Christoph Zrenner Abschied vom Singspiel nehmen. „Beim Nockherberg ist alles möglich“, sagt Zrenner. „Wenn Seehofer Superminister wird, kann es sein, dass er 2019 eine Rolle spielt. Dann freue ich mich natürlich, wieder dabei zu sein.“ Es könne aber auch sein, dass Seehofer bei einem GroKo-Scheitern nächstes Jahr nicht mehr auftauche.

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Zrenner hat Seehofer bislang acht Mal verkörpert: 2006 und 2007, 2009 und dann ab 2014 wieder. 2008 kam Seehofer im Singspiel schon mal nicht vor. Von 2010 bis 2013 spielte Kabarettist Wolfgang Krebs Seehofer. Kollege Zrenner ist dafür bekannt, dass er Distanz zu dem von ihm Verkörperten wahrt. „Für mich ist es wichtig, dass Seehofer dargestellt wird“, sagt er. „Aber ich identifiziere mich nicht mit der Person.“

Letztmals als Horst Seehofer am Nockherberg? Christoph Zrenner könnte beim Singspiel seine Koffer packen müssen.

Das Singspiel steht heuer unter neuer Leitung: Richard Oehmann und Stefan Betz treten die Nachfolge von Marcus H. Rosenmüller und Gerd Baumann an. Inhaltlich wird es um die Landespolitik und weniger um die Bundespolitik gehen. Ex-SPD-Vorsitzender Martin Schulz (62) etwa werde gar nicht vorkommen, hieß es von Seiten des Ensembles. Ein Geheimnis ist dagegen noch, in welche Rolle Schauspieler Stefan Murr (41) zu seinem zehnjährigen Singspiel-Jubiläum schlüpfen wird (siehe unten).

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Das Autoren-Duo

Richard Oehmann und Stefan Betz sind die neuen Singspiel-Autoren. Laut den Schauspielern haben sie ein konkreter ausgearbeitetes Skript als Vorgänger Marcus H. Rosenmüller. Und eine andere Art von Humor. Die durchgängige Geschichte bleibt.

Toni Hofreiter

Wowo Habdank (45) spielt Toni Hofreiter (48, Grüne). Der gehe locker mit dem Derblecken um, auch wenn es nicht immer so wirke. „Ich wurde schon oft gefragt: ‚Geht der zum Lachen in den Keller?‘“ Genau das werde Thema im Singspiel sein.

Der Unbekannte

Zehn Jahre Nockherberg feiert Stefan Murr (41) heuer. Er war dort unter anderem schon als Alexander Dobrindt oder Karl-Theodor zu Guttenberg zu sehen. Wen er heuer spielt, ist ein Geheimnis. US-Präsident Donald Trump sei es jedenfalls nicht, so Murr: „Es ist jemand bayerisches, aber kein Politiker.“ Es sei ein Auftritt, „um alle aufzuscheuchen“.

Der anonyme Bürger

Neu im Team ist der aus dem Komödien­stadel und der BR-Soap „Dahoam is Dahoam“ (Rolle des Bauern Gschwendtner) bekannte Schauspieler Claus Steigenberger (59). Er verkörpere im Singspiel einen „völlig unzufriedenen Bürger, eine anonyme Figur aus dem Volk“, so Steigenberger. Diese Figur verschaffe sich immer wieder Auftritte, insgesamt sei die Rolle aber klein. Welche Partei dieser Bürger wähle? „Sage ich nicht. Aber man erkennt es vielleicht.“

Claus Steigenberger.

Natascha Kohnen

Von der Rolle der Ursula von der Leyen 2015 und 2016 wechselt Nikola Norgauer (44) heuer zur bayerischen SPD-Vorsitzenden Natscha Kohnen (50). An dieser falle auf, dass sie sehr klar und direkt sei. „Sie hat etwa eine tiefe, geerdete Stimme.“

Nikola Norgauer.

Bavaria

Kabarettistin Luise Kinseher (49) gehört nicht zum Singspiel - sie tritt wie gehabt als Fastenpredigerin auf, hält die Rede der Bavaria. Wobei sie Wert darauf legt, „dass der Nockherberg kein Kabarett ist, sondern Derblecken“! Nur wer persönlich da ist, kriegt sein Fett ab!

Ilse Aigner

Einen größeren Auftritt „ihrer“ Ilse Aigner (53, CSU) kündigt Schauspielerin Angela Ascher (40) an. Die Geschichte heuer sei bayernlastiger, dass passe gut. Denn „die Ilse ist ja nicht auf Bundesebene tätig“. Zumindest vordergründig gehe es nicht um die Konkurrenz des bayerischen Wirtschaftsministerin zu Finanzminister Markus Söder, der Ministerpräsident wird. „Heuer ist Aigner harmoniesüchtig und ausgleichend.“

Angela Ascher.

Markus Söder

„Söder ist Söder“ stellt Stephan Zinner (43) klar. Allzuviel ändern werde sich also nicht, auch wenn Söder bald Ministerpräsident werde. In welcher Form Söder auf der Bühne zu sehen ist, lässt Zinner offen. „Als Papst zeigen wir ihn auf alle Fälle nicht, das können wir in Bayern nicht machen.“ Im Singspiel werde trotzdem versucht, die gezielte Wandlung Söders zum Seriösen hin zu zeigen.

Ramona Weise

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