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„Zehn Jahr gehn scho no“: Günther Sigl (li.) und Barny Murphy auf der Lustspielhaus-Bühne.

Konzert im Lustspielhaus

Spider Murphy Gang: Letzte Hüter des alten München

München - Die Spider Murphy Gang bietet im Münchner Lustspielhaus „Raxnroll“ vom Feinsten. Die Konzertkritik.

Ohne Strom – aber mit jugendlicher Energie. Dass die Spider Murphy Gang ihre Rock’n’Roll-Schuah noch lang nicht auszieht, bewiesen Günther Sigl, Barny Murphy & Co. beim ersten von drei gefeierten Akustik-Gigs im dampfend vollen Münchner Lustspielhaus (alle ausverkauft). „Zehn Jahr gehn scho no. Oder zwanzg oder dreißg“, versprach Sigl, und servierte mit seiner Gang „Raxnroll“ vom Feinsten. Motto: tiefenentspannt, die Höhen aber auch.

Nach dem Tod von Helmut Dietl gehören die Spiders zu den letzten großen Münchner Gschichtenerzählern, die noch davon berichten, wie das war – damals mit der Rosmarie aus der Au oder beim Nackertrennen durch den Englischen Garten. Oder in der Schickeria, der Rock’n’Roll-Version vom Rossini. Der Günther, der Barny und ihre wunderbare Band bewahren das alte München für uns auf, und allein dafür muss man ihnen noch ein langes, langes Musikerleben wünschen. Natürlich auch für ihre Songs. Draußen in der Occamstraße schneit’s – doch wenn Sigl „’S is wieder Sommer“ singt, wird einem warm ums Herz. Was zeigt: Als Meteorologen sind sie Nieten, als Raxnroller dagegen brillant.

Von Chuck Berry bis zum „Frosch im Hois“ geht die akustische Reise. Keiner im Saal kennt nicht jede Zeile auswendig, jeder Musiker bekommt viel Freiraum – allen voran Tastenfex Ludwig Seuss und Otto Staniloi an allem, was bläst. „Hey, Ihr seid’s wuid heit“, freut sich der Sigl Günther übers Publikum, das ausrastet fast wie damals. Am Schluss das große Medley. Rock around the Rosi, Skandal um Bill Haley – ein narrischer Spaß. Diese Gang ist in Bayern nicht umsonst weltberühmt.

Jörg Heinrich

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