Spielen im Kartoffelsilo

Das Theater Halle 7 ist umgezogen: - Ruhig ist es im letzten halben Jahr um die Münchner Halle 7 geworden, und zwar im wahrsten Sinn des Wortes: Verwaist sind die Räume an der Waltherstraße, in denen seit 2001 unter der Leitung von Claus Peter Seifert spannende Inszenierungen internationaler neuer Dramatik gezeigt und arbeitslose Theaterkünstler in neue Engagements vermittelt wurden.

Es ist jedoch nicht so, dass dem Trägerverein Inkunst nichts mehr einfiele, sondern die Stadt München verkaufte als Eigentümerin nach Vertragsablauf die Halle. Das Theater Halle 7 aber ist in der Zwischenzeit wohlbehalten umgezogen in die Kultfabrik am Ostbahnhof, wo es sich ein wenig ausgebreitet hat und künftig mit dem mehr-spartigen Kunstverein White Box kooperiert.

Statt einer Halle gibt es nun, großzügig gerechnet, vier Spielorte: die White Box selbst (ein ehemaliges Kartoffelsilo), die Dark Box (vorher Probebühne), die Puff Box (die einer beliebten Legende nach ein illegales Bordell war) sowie die Extra Box (eigentlich Büroräume). Neu ist auch das künstlerische Leitungsteam um Seifert mit den Regisseuren Markus Schlappig und Ercan Karacayli sowie die Idee, künftig eine Dramatikerwerkstatt einzurichten.

Am übrigen Konzept hat sich nichts geändert: Von eigens gecasteten Künstlern werden jährlich zwei Staffeln mit je drei Produktionen gezeigt. Als nächstes "Casting in Kursk" des Russen Alexander Galin (11.6.), "Liebe ist nur eine Möglichkeit" des Niederbayern Christoph Nußbaumeder (28.6.) und "Nicht in den Mund" der Berlinerin Simona Sabato (6. Juli).

Außerdem findet auch zu diesem Saisonabschluss wieder "Stück für Stück zum Glück" statt, das Festival für neue Dramatik. Diesmal soll der Stückemarathon ein Theaterspaziergang über das Kultfabrik-Gelände werden.

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