An die Spitze der Chorlandschaft

- "Das Konstrukt Münchener Bach-Chor und Münchener Bach-Orchester kannte ich nur vom Namen. Ich bin eine andere Generation. Und warum sollte ich Angst vor dem übergroßen Erbe von Karl Richter haben? Die große Zeit habe ich, da ich erst 1972 geboren bin, selber nicht erlebt, kenne sie nur aus Büchern. Schallplatten vom Chor habe ich sehr wenig gehört. Ich fange hier wirklich komplett neu an. Zudem bin kein Mensch der zurückschaut, sondern ich schaue nach vorn."

Selbstbewusst, engagiert und mit einem ambitionierten Programm will der gebürtige Dresdner Hansjörg Albrecht das Laienensemble wieder an die Spitze der deutschen Chorlandschaft führen. Doch es wird kein Remake geben. Die Arbeit, die ihm bevorsteht, vergleicht Albrecht mit derjenigen, die Simon Rattle einst in Birmingham hatte. Unvermeidbar dabei: das Thema Verjüngung des Chores. So wird es beispielsweise jedes Jahr vor den Sommerferien für den gesamten Chor ein Vorsingen geben.

Inhaltlich hat Albrecht eine konkrete Zielrichtung: "Meine Idee ist, ausgehend von Regers Ausspruch, ,Bach ist Anfang und Ende aller Musik’, die Bach'sche Musik als Zentrum zu sehen und trotzdem für den Chor und für das Publikum das Repertoire wesentlich zu erweitern. In Richtungen zu gehen, die bisher so noch nicht kommen konnten oder gekommen sind. Ich würde mich selbst als Musiker charakterisieren, der sich nicht festlegen kann und sich auch nicht festlegen lässt."

Hans-Jörg Albrecht hat einen vier Jahresvertrag, und am Donnerstag, den 24. November, beginnt offiziell seine "Amtszeit" beim Münchener Bach-Chor mit einem Festkonzert um 20 Uhr im Herkulessaal unter dem Motto "Mit Pauken und Trompeten". Neben Bachs Konzert für drei Trompeten und dem Magnificat stehen das Orgelkonzert und das Gloria von Francis Poulenc auf dem Programm. Besonders erfreut ist Albrecht, dass das Bayerische Staatsorchester den Chor begleiten wird.

Zukünftig wird der Münchener Bach-Chor übrigens auch häufiger an unterschiedlichen Aufführungsorten in unterschiedlichen Formationen zu hören sein. Entsprechende Musik in entsprechenden Räumen, so die Devise des jungen Chorchefs.

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