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„Herzlichen Dank für Ihre Arbeit, herzlichen Glückwunsch und strengen Sie sich an, dass nach mir auch noch Kanzler zu DJS-Jubiläen kommen können“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern im Münchner Prinzregententheater.

Die Spitze der Meinungselite

Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte die Deutsche Journalistenschule (DJS) als „Teil dieser Republik“

Einer ist etwa Pilot geworden (aus Liebe zu einer Flugbegleiterin), ein anderer Musiker (auch aus Liebe – zum Kontrabass), die meisten der mehr als 2000 jungen Menschen jedoch, die in den vergangenen 60 Jahren an der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München ausgebildet wurden, haben einen Medienberuf ergriffen. Zu den Absolventen der ältesten deutschen Journalistenschule gehören etwa bekannte Fernsehgesichter wie Sandra Maischberger oder Günther Jauch. An der DJS habe er ein „Gefühl für fairen Journalismus bekommen“, erinnert sich der RTL-Moderator – und die glücklichste Zeit zwischen seinem 20. und 30. Lebensjahr verbracht.

Ulrich Brenner ist selbst DJS-Absolvent und leitet seit 2002 die Einrichtung in der Münchner Innenstadt.

Günther Jauch war gestern Abend ebenso zum Festakt „60 Jahre DJS“ ins Münchner Prinzregententheater gekommen wie zahlreiche andere Vertreter der deutschen Medienlandschaft. Die große Zahl der Festgäste zeige, wie „selbstverständlich die Schule in Bund , Freistaat und Stadt zuhause ist“, sagte Dietrich Schwarzkopf , der gestern nach 30 Jahren nicht mehr für den Posten des Vorstandsvorsitzenden der DJS kandidierte. Ähnlich formulierte es auch Bayerns Medienminister Siegfried Schneider , der sich gestern für die Einführung eines Medien-Führerscheins stark machte: „Die Namen der DJS-Absolventen lesen sich wie ein ,Who is who?‘ des Qualitätsjournalismus in Deutschland .“ Und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude ergänzte gewohnt bissig-kabarettistisch: „Es gibt in Deutschland keine Elite, die sich so sicher ist, Elite zu sein wie die Absolventen der Deutschen Journalistenschule.“

Ein Umstand, der sicher auch daher rührt, dass sich für die jährlich 45 Ausbildungsplätze um die 1700 Interessierte bewerben. Plätze an der DJS sind also auch 60 Jahre nach ihrer Gründung wirklich begehrt. Die Idee zur Schule hatte 1949 Werner Friedmann , damals Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“ und Herausgeber der „Abendzeitung“. Sein Vorbild für die Einrichtung, die zunächst „Werner-Friedmann-Institut“ hieß, waren US-amerikanische Journalistenschulen. Erst 1959 folgte die Umstrukturierung als Deutsche Journalistenschule mit einem Trägerverein, in dem unter anderen Zeitungs- und Zeitschriftenverleger, Deutscher Journalistenverband und die ARD sitzen. Die Vielzahl der Träger garantiert die Unabhängigkeit der Einrichtung.

An der DJS gibt es (fast) keinen Frontalunterricht: Schüler überprüfen das Layout einer Zeitungsseite.

Mit der Betonung der Unabhängigkeit von Informattion habe die Schule, die 1949 kurz vor der Bundesrepublik gegründet wurde, einen wichtigen Teil des Grundgesetzes vorweggenommen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel und nannte die Einrichtung ein „gutes Stück Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik“. Übrigens ist auch Merkels Sprecher Ulrich Wilhelm Absolvent der DJS.

Die allgegenwärtige Erreichbarkeit von Informationen werde dazu beitragen, „global denken zu lernen“, erklärte die Kanzlerin. Sie betonte die Notwendigkeit von Qualitätsjournalismus – gerade bei „Sichtung und Qualifizierung“ der Nachrichtenflut.

Dieser Entwicklung haben auch die Verantwortlichen der Schule in den vergangenen 60 Jahren Rechnung getragen: Ging es zu Beginn vor allem darum, den Zeitungen qualifizierten Nachwuchs zu liefern, so absolvieren die heutigen Schüler eine crossmediale Ausbildung in den Bereichen Print, Radio, Fernsehen und Online. Das Besondere: Journalisten unterrichten als Dozenten an der DJS. Es sind also Praktiker, die den Nachwuchs ausbilden. Selbst, wenn der dann Pilot oder Kontrabassist wird.

von Michael Schleicher

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