Spitzenschüler treffen Vollprofis

- "Ich kenne ja unser Rundfunkorchester, aber heute erkenn' ich es gar nicht wieder", meinte Johannes Grotzky, Hörfunkdirektor des BR, zum Auftakt von "Klasse Klassik" (Münchner Gasteig). Kein Wunder, saßen auf der Bühne doch nur noch 30 Prozent BR-Profis, den Löwenanteil stellten Schulorchester-Mitglieder aus Augsburg, Amberg und München. Nicht zu übersehen, alle in weißen Blusen und Hemden ohne Sakkos.

<P>Intensiv um die Jugendarbeit kümmert man sich beim Rundfunkorchester bereits seit 1997 im Rahmen der Jugendkonzerte. Doch "Klasse Klassik" ist ein Novum, ein bayernweites Experiment in Zusammenarbeit mit dem Münchner Kulturreferat und dem Kultusministerium. "Spitzenschüler treffen auf Vollprofis", so auch der Titel eines kleinen Films über die Arbeit im Vorfeld. "Klasse Klassik" soll der Beginn eines kulturellen Dialoges sein, dessen Ziel es ist, Gräben zwischen Jugendlichen und professionell Kulturschaffenden zu überbrücken.<BR><BR>Und der Einstieg ins Projekt unter Leitung von Marcello Viotti kann als sehr gelungen bezeichnet werden. Während der Probenzeit haben Dirigent Federico Rossi vom Teatro La Fenice in Venedig, die BR-Musiker und Bariton Bernd Weikl mit den jungen Leuten intensiv ein Programm erarbeitet, bei dem selbst manches Profiorchester an Grenzen stößt. </P><P>Die subtile Klangdifferenzierung brachte schon in den filigran skizzierten Brunnenbildern aus Ottorino Respighis "Fontane di Roma" Spannung in den Abend. Nicht unbedingt ein Leichtes, einen Sänger zu begleiten. Aber mit Szenen aus Giordanos "Andrea Ché´nier" und Verdis "Otello", die Bernd Weikl emphatisch sang, bewiesen die Jungmusiker große Sensibilität. Höhepunkt war Dvorá´ks farbenprächtig musizierte achte Symphonie.<BR><BR>"Klasse Klassik" soll keine Eintagsfliege bleiben, und so stellten Kultusministerin Monika Hohlmeier und Bernd Weikl ihr Projekt einer Stiftung vor, die bis Jahresende ins Leben gerufen werden soll. Von dieser wünscht sich Monika Hohlmeier, das die Schüler künftig nicht nur von Marketing und Konsum, sondern auch von ästhetischer Bildung erreicht werden.</P>

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