Sprengel-Museum zeigt "De Stijl"-Künstler César Domela

Hannover - Dem niederländischen Maler und Bildhauer César Domela (1900-1992) ist von Sonntag an eine Retrospektive im Sprengel-Museum in Hannover gewidmet. Hintergrund ist eine Schenkung von Werken an das Sprengel-Museum und das Gemeente Museum in Den Haag, wo die 60 Exponate vom Herbst an gezeigt werden.

Domela gehörte zu den Pionieren der internationalen Avantgarde zwischen den beiden Weltkriegen und machte sich unter anderem mit "Relief-Gemälden" einen Namen. Er schloss sich in den zwanziger Jahren den Künstlergruppen "De Stijl" und "Die Abstrakten Hannover" an. Die Ausstellung ist in Hannover bis zum 11. November zu sehen.

Domela entwickelte die von den "De Stijl"-Mitgliedern wie Piet Mondrian und Theo van Doesburg geschaffene abstrakte Bildgestaltung mit geometrischen Formen und klaren Farben weiter. Er entfernte sich von den strengen formalen Vorgaben und verwandelte seine Gemälde in dreidimensionale Reliefs, in die er die Diagonale und Kurve mit einbezog. Dabei spielten Materialen wie Metallbleche und Plexiglas eine wichtige Rolle. Die Ausstellung in Hannover soll einen Überblick über das malerische, plastische und übrige Werk des Niederländers geben, wobei die Schenkungen seiner beiden Töchter an das Sprengel- und Gemeente-Museum im Mittelpunkt stehen. Gezeigt werden Gemälde mit Applikationen aus Metall und Glas ebenso wie reine Skulpturen.

Den gebürtigen Amsterdamer César Domela - eigentlich hieß er Caesar D. Nieuwenhuis - zog es schon früh an die Schauplätze der Avantgarde: Er lebte in Berlin, Bern und Paris. Als einziges auswärtiges Mitglied stieß er zu den "Abstrakten Hannover" um den Künstler Kurt Schwitters, dessen Nachlass heute zum Kernbestand des Sprengel-Museums gehört. Bei der Machtergreifung der Nazis 1933 floh Domela aus Berlin und siedelte nach Paris über.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wettbewerb fürs Münchner Konzerthaus: Spektakeln sollen andere
Verhandlungen beendet: Das Bregenzer Architektenbüro Cukrowicz Nachbaur erhält wohl endgültig den Zuschlag für das Münchner Konzerthaus. Am kommenden Mittwoch debattiert …
Wettbewerb fürs Münchner Konzerthaus: Spektakeln sollen andere
Plattenfirma stoppt Zusammenarbeit mit Kollegah und Farid Bang
Nach dem Kollegah und Farid Bang einen Echo bekommen haben, stehen die beiden nun ohne Plattenfirma da. Das Musikunternehmen BMG stoppte die Zusammenarbeit mit den …
Plattenfirma stoppt Zusammenarbeit mit Kollegah und Farid Bang
 Der Bestseller
Tolle  Leihgaben - Im Bayerischen Nationalmuseum  ist erstmals eine umfassende  Schau zum Werk des  spätmittelalterlichen Münchner  Bildhauers Erasmus Grasser zu sehen
 Der Bestseller
Werden viele junge Erwachsene nun traurig sein? Die „Neon“ gibt‘s schon bald nicht mehr
Der Hamburger Verlag Gruner + Jahr stellt nach 15 Jahren sein Magazin „Neon“ ein. Das Heft erscheint am 18. Juni zum letzten Mal.
Werden viele junge Erwachsene nun traurig sein? Die „Neon“ gibt‘s schon bald nicht mehr

Kommentare