Auf den Spuren tollkühner Frauen

- Ob sie die Cowboy-Peitsche knallen lässt, auf Kufen-Schuhen einen ICE-Rhythmus auf die Bühne brettert oder, wie gerade jetzt, im Fliegerdress und an Gurten aufgehängt durch die Lüfte kreiselt ­ Maren Strack ist immer auf den Spuren von tollkühnen Frauen.

Diesmal sind es zwei den Männern emanzipiert-flott davonfliegende Star-Pilotinnen: Amerikas legendäre, 1937 verschollene Amelia Earhart und die Deutsche Elly Beinhorn, Jahrgang 1907. Ihre neue Performance "Beau Fort 10" passt natürlich bestens ins Münchner Verkehrszentrum des Deutschen Museums. Denn weiblicher Freiheitsdrang, Fortbewegung, Technik-Fortschritt, das hat bei Strack immer etwas miteinander zu tun ­ ironisch augenzwinkernd und körpermäßig bewegt.

Kaum sind wir ­ vorbei an Dampfloks, Oldtimern und Luxus-Cabrios ­ in Halle 3 angelangt, raunen antike Götterwinde, Zephir oder Aeolus, aus einem sich blähenden Seidenballon. Darin Strack ­ jetzt noch live-Schattenfrau mit Propeller im Mund, alsbald aber schon verwandelt zum virtuellen Flugkörper, luftpaddelnd, segelnd, lustvoll Volten schlagend. Windstärke 10 hat es zwar nicht auf der Beaufort-Skala, aber es bläst ganz schön, wenn Strack mit Ventilator vor der Brust durch die Halle düst, bäuchlings hochaufgebockt den freien Flug der Fallschirmspringerin simuliert und wie in einem Action-Krimi am Rumpf eines Düsenjets zappelt.

Hiroko Tanahashi verzaubert die live-Bewegung immer wieder zum illusionistischen Videofilm. Wenn Strack mit zwei riesigen Fächern unter den Armen zum überdimensionalen Schmetterling mutiert und Tanahashi dieses Flügelwesen mit Miniaturausgaben desselben "übermalt", gewinnt diese Szene überraschend Revuecharakter. Und bei Maren Stracks heiterer Ausstrahlung bekommt vielleicht die mutige Zuschauerin Lust aufs Fliegen. \-K\x0cM. Gradinger

Noch heute 17.30 und 20 Uhr, Theresienhöhe 14 a; Karten zu 8 Euro an der Abendkasse.

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