Spurensuche in eigener Sache

- Märchenhafte Bilder, so verlockend wie unklar, die ihren Sinn oft erst nach und nach enthüllen: Erinnerungsfetzen, Traumstücke. Sie sind das erste, was einem vors Auge tritt, wenn man sich die Filme von Atom Egoyan ins Gedächtnis ruft.

<P>Atom Egoyan _ rätselhaft und schön klingt dieser Name, aber auch schwer lokalisierbar. Genau wie die Filme dieses Regisseurs. 1960 wurde er in Kairo geboren, als Angehöriger der armenischen Minderheit. Die Eltern waren Flüchtlingskinder und emigrierten ihrerseits mit dem Sohn nach Kanada. Mit "Exotica" (1994), "Das süße Jenseits" (1997) und "Felicia's Journey" (1999) wurde Egoyan zum wichtigsten kanadischen Regisseur nach David Cronenberg. Seine Werke sind Psychothriller, surreale Reisen ins Innere des Bewusstseins.</P><P>Immer wieder geht es ums Sehen, Egoyans Menschen sind Voyeure, Kameras spielen eine Hauptrolle. Alles ist eine Frage der Perspektive: "Das süße Jenseits" erzählt von Angehörigen, die nach einem Unfall, der 14 Tote forderte, weiterleben müssen. Und "Ararat" sein neues Opus, das Egoyan an diesem Donnerstag um 19 Uhr im Münchner Filmmuseum vorstellt, ist eine Spurensuche in eigener Sache: Er handelt vom Genozid an den Armeniern Anno 1916. Mit "Ararat" startet das Filmmuseum eine vollständige Werkschau, in der bis 5. November auch die Fernseharbeiten und Kurzfilme dieses Grenzgängers gezeigt werden.</P>

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