+
In einem Forschungsprojekt beschäftigt sich das Würzburger Museum mit möglicher Raubkunst im eigenen Hause. Bei diesem Stillleben von August Futterer ist die Herkunft aber geklärt.

Projekt zur Provenienzforschung

Spurensuche in der Nazizeit: Würzburger Museum erforscht Gemälde

Würzburg - Wie viel Raubkunst steckt in der eigenen Sammlung? Diese Fragen stellen sich seit dem Schwabinger Kunstfund viele Museen. Das Würzburger Museum im Kulturspeicher lässt nun 1000 seiner Gemälde und Grafiken untersuchen. Eine schwierige Spurensuche.

Es ist eine schwierige Spurensuche für die Historikerin Beatrix Piezonka. Sie will bis Ende 2016 herausfinden, wie viel Raubkunst in der Städtischen Sammlung des Würzburger Museums im Kulturspeicher steckt. „Dieses Projekt zeigt, dass wir gemeinsam den Mut haben, auch heiße Eisen anzufassen“, sagte Würzburgs Kulturreferent Muchtar Al Ghusain am Mittwoch in Würzburg.

Rund 1000 Bilder unter Generalverdacht

Rund 1000 Gemälde und Grafiken nimmt Piezonka dafür in Augenschein. Diese Objekte wurden seit der Gründung der Städtischen Sammlung im Jahr 1941 und bis 1945 von 25 verschiedenen Kunsthändlern erworben und stehen deshalb zunächst einmal unter Generalverdacht.

Ist das 1942 gekaufte Bild vorher von den Nazis enteignet worden? Wurde der ursprüngliche Besitzer von den Nazis zur Versteigerung gezwungen? Diesen Fragen geht die Expertin für Herkunftsforschung nach. Sie sucht dafür in der Datenbank „Lost Art“ des Zentrums für Kulturgutverluste und stöbert analog und digital in alten Museumskatalogen, Inventarbüchern von Museen und Tagebüchern von Künstlern und Museumsleitern. Außerdem kontrolliert sie gemeinsam mit der Museumsleitung und den Restauratoren vorsichtig die konkreten Bilder auf aussagekräftige Details auf deren Rückseite.

Mit Verlusten muss gerechnet werden

Ziel der sogenannten Provenienzforschung ist es, von jedem Objekt jeden Besitzerwechsel und dessen Bedingungen lückenlos zu dokumentieren. „Wir müssen auch damit rechnen, dass wir Verluste in der Sammlung hinnehmen müssen“, sagte die stellvertretende Museumsleiterin und Projektleiterin Henrike Holsing. Das Projekt wird vom Deutschen Zentrum für Kulturverluste gefördert. Im Anschluss an dieses Projekt will das Museum zudem die nach Kriegsende gekauften Werke der Sammlung auf ihre genaue Herkunft prüfen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

East 17, Rednex, 2 Unlimited und mehr: Mega-90er-Event in der Olympiahalle
Das wird ein Fest für Trash- und 90er-Fans. Gleich sechs Bands, die im Umz-umz-Zeitalter für Furore gesorgt hatten, treten beim Event „Die Mega 90er live!“ in der …
East 17, Rednex, 2 Unlimited und mehr: Mega-90er-Event in der Olympiahalle
Der neue Asterix kommt heute raus - leider fehlt etwas 
Fans dürften den Tag sehnsüchtig erwartet haben: Am Donnerstag kommt der neue Asterix-Band (Asterix in Italien) in den Handel. Wir haben schon darin geblättert - und …
Der neue Asterix kommt heute raus - leider fehlt etwas 
Nach Unfall: Jetzt muss Ed Sheeran etliche Konzerte absagen
Ed Sheeran (26, „Galway Girl“) muss nach seinem Fahrradunfall etliche Auftritte absagen. „Ein Besuch bei meinem Arzt hat Brüche in meinem rechten Handgelenk und linken …
Nach Unfall: Jetzt muss Ed Sheeran etliche Konzerte absagen
Gefeuerte Darsteller, Krach ums Geld: Wirbel um Roland-Kaiser-Musical
Deutschlands Schlagerstar Roland Kaiser selbst distanziert sich von dem Musical, das über ihn im Deutschen Theater in München aufgeführt werden soll. Es gibt Krach - und …
Gefeuerte Darsteller, Krach ums Geld: Wirbel um Roland-Kaiser-Musical

Kommentare