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Klassiker als Markenzeichen: Albrecht Dürers „Selbstbildnis im Pelzrock“ von 1500 gehört zu den besonders bekannten Schätzen der Alten Pinakothek in München.

Neuerscheinung

Ideales Weihnachtsgeschenk: Ein Buch über die Pinakotheken in Bayern

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München - Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen veröffentlichen Überblicksband der Orte in Bayern, an denen ihre Kunstwerke zu sehen sind.

Das Jahr hat drei Pinakotheken, heißt’s auf den Plastiktüten in den Museumsshops des Kunstareals München. Nette Untertreibung. In Wahrheit verteilen sich die Schätze der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ja nicht nur auf die drei großen Museen in München, sondern auf das gesamte Bundesland – von A wie Ansbach bis Z wie WürZburg, wie es Generaldirektor Bernhard Maaz augenzwinkernd formuliert.

Mehr als 25 000 Werke sind es, die an 19 Orten über Bayern verteilt das Kunstliebhaber-Herz erfreuen. Nun haben die Gemäldesammlungen zusammen mit dem Hirmer-Verlag ein handliches Büchlein vorgelegt, in dem in informativen, kurz gehaltenen Texten die verschiedenen Ausstellungsorte vorgestellt werden. Das reich bebilderte Übersichtswerk ist – man darf es so formulieren – das ideale Weihnachtsgeschenk für Kunstinteressierte aus Bayern und aller Welt. Und deshalb auch in englischer Sprache erhältlich.

Ein Buch, das zum Kunstgenuss verführen soll

Ihren Weltruhm verdankt die Staatsgalerie in der Residenz Würzburg Giovanni Battista Tiepolos Werken.

„Unser Arbeitstitel während der Entstehung war immer ,Sammlungsverführer‘“; erzählt Maaz bei der Präsentation gestern Vormittag im Café Klenze. Denn: „Es soll ein Buch sein, das dazu verführt, nicht nur die Münchner Museen aufzusuchen, sondern all die Orte, an denen wir als Gemäldesammlung in Bayern vertreten sind.“

Das sind eine ganze Menge, wie ein Blick auf die Übersichtskarte in der Umschlaginnenseite zeigt. Neben den Münchner Häusern Alte und Neue Pinakothek, der Sammlung Schack, der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne und dem Museum Brandhorst können Bayernbesucher in Orten wie Augsburg, Burghausen oder Tegernsee wahre Schätze an den Wänden bewundern. Da war bei mancher Entdeckung sogar der Generaldirektor selbst überrascht. Bei der Arbeit am Buch kamen Dauerleihgaben ins Bewusstsein, die er gar nicht präsent hatte. Wer vermutet denn schon, dass in Landshut gleich drei Bilder von Giuseppe Arcimboldo zu sehen sind? Eine Leihgabe der Staatsgemäldesammlung auf Burg Trausnitz. „Da kommt natürlich gleich der Gedanke, diese Schätze sofort nach München zu holen“, erzählt er lächelnd – und fügt schnell hinzu: „Doch dann besinnt man sich, dass es so doch genau richtig ist: Ein Arcimboldo in Landshut, das ist ein toller Sendbote von uns aus München.“ Ein Verweis gewissermaßen auf die vielen Schätze, die der Betrachter beim Besuch in der Landeshauptstadt sehen kann.

Museumsführer fürs Auto-Handschuhfach

Überhaupt wäre es den Machern am liebsten, wenn ihr „Sammlungsverführer“ in jedem Auto-Handschuhfach parat läge. Griffbereit für den Bayern-Reisenden. „Das Büchlein gibt einen Überblick über die schönsten Gemälde, die schönsten Reiseziele und die schönsten Museen und Ausstellungsorte in ganz Bayern“, schwärmt Maaz. Und bildet noch dazu auf den 180 Seiten 112 Kunstwerke ab. Albrecht Dürer, Andy Warhol, Franz von Lenbach – die im Büchlein gezeigten Bilder sind so vielseitig wie die Sammlung selbst. Die Auswahl der Werke folgte dabei dem Prinzip, „einen Aperitif zu geben“ für die Köstlichkeiten, die dann an den Standorten selbst folgen.

„Wir wollen zeigen, was wir haben“, formuliert es Maaz selbstbewusst. Das kann er auch sein, denn den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen geht der Ruf voraus, den weltweit größten geschlossenen Bilderschatz zu hüten. Ob das nur ein werbewirksames Gerücht ist? Maaz mag es weder wider- noch belegen. Aber: „Ich war gerade erst bei einem Treffen mit den Direktoren der größten Museen und Ausstellungshäuser. Dort konnte keiner einen Gegenbeweis antreten.“ Ob sie nun die größte Sammlung sind, oder „nur“ eine besonders große, sei dahingestellt. Entscheidend ist die Fülle des an so vielen Standorten dauerhaft gezeigten Bestandes. Sie macht dieser Band eindrucksvoll deutlich. Und lädt dazu ein, gleich loszufahren. Von Ansbach bis WürZburg. Der Kunst auf der Spur. Weil in so ein Jahr doch viel mehr als drei Pinakotheken passen.

Bernhard Maaz (Hrsg.):

„Schätze und Orte der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen: Die Pinakotheken in Bayern“. Hirmer, München, 180 Seiten mit 112 Abbildungen in Farbe; 12,90 Euro.

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